Haushalt 2026: Landkreis kämpft mit explodierenden Jugendkosten!

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Landrat Heiner Scheffold präsentiert Haushaltsplan 2026 für den Alb-Donau-Kreis, betont steigende Sozialausgaben und Herausforderungen.

Landrat Heiner Scheffold präsentiert Haushaltsplan 2026 für den Alb-Donau-Kreis, betont steigende Sozialausgaben und Herausforderungen.
Landrat Heiner Scheffold präsentiert Haushaltsplan 2026 für den Alb-Donau-Kreis, betont steigende Sozialausgaben und Herausforderungen.

Haushalt 2026: Landkreis kämpft mit explodierenden Jugendkosten!

Der Haushaltsplan 2026 sorgt für Aufregung im Landkreis Alb-Donau. Landrat Heiner Scheffold hat ihn Mitte November vorgestellt und dabei vor einer sehr angespannten finanziellen Lage gewarnt. Es wird von einem „massiven Ausgabenproblem“ gesprochen, das vor allem auf stark steigende Sozialausgaben zurückzuführen ist. Zu diesen Ausgaben zählen unter anderem Mittel für Pflege, Jugendhilfe, Vormundschaften sowie Ausbildungsförderungen wie Bafög und Unterstützung für Tagesmütter. Besondere Aufmerksamkeit erfordert das Amt für Familien- und Jugendförderung, das Unterhaltskosten vorstreckt, wenn alleinerziehende Eltern nicht zahlen können, wie auf Schwäbische berichtet wird.

In einer intensiven Beratung hat der Jugendhilfeausschuss die Situation erörtert. Laut Michelle Flohr, der Dezernentin für Jugend und Soziales, sind die Kosten in diesem Bereich im Vergleich zum Vorjahr um fast 40 Prozent gestiegen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Ausgaben für Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderung im Haushalt 2026 insgesamt 67 Millionen Euro betragen, was etwa einem Viertel des Sozialhaushalts ausmacht. Die Jugendhilfe nimmt ebenfalls einen bedeutenden Teil ein und macht ebenfalls ein Viertel des Sozialhaushalts aus, was den hohen Stellenwert dieser Themen unterstreicht.

Steigerung der Kosten und Herausforderungen

Interessant ist die leichte, aber spürbare Erhöhung der Unterhaltskosten. Diese resultiert aus einer Gesetzesänderung, die Zahlungen bis zum 18. Lebensjahr des Kindes vorschreibt. Zudem steigen die Fälle von Kindeswohlgefährdung, und die Verfahren haben sich laut KVJS Baden-Württemberg von 2014 bis 2023 verdoppelt. Gemeinsam mit einem Anstieg psychischer Erkrankungen bei Erwachsenen um 27 Prozent zeigt dies deutlich, wie dringend notwendige Angebote in der Jugendhilfe sind.

Die bundesweiten Ausgaben für Kinder- und Jugendhilfe machen ebenfalls Schlagzeilen. Im Jahr 2023 haben Bund, Länder und Gemeinden insgesamt 71,9 Milliarden Euro aufgebracht, was eine Steigerung von 9,2 Prozent im Vergleich zu 2022 darstellt. Dabei entfällt der größte Teil der Bruttoausgaben mit 67,9 Prozent auf die Kindertagesbetreuung, was sich auf knapp 48,8 Milliarden Euro summiert. Auch die Hilfen zur Erziehung bescheren einen Anteil von rund 23,6 Prozent, was 16,9 Milliarden Euro entspricht. Im Bereich der Jugendhilfe werden 3,2 Prozent in Angebote und Einrichtungen der Jugendarbeit investiert, was circa 2,3 Milliarden Euro entspricht. Dies sind bemerkenswerte Beträge, die in die Förderung junger Menschen fließen.

Finanzierung und langfristige Entwicklung

Die Finanzierung der Kinder- und Jugendhilfe erfolgt größtenteils durch Steuermittel, während nur ein kleiner Teil durch Kostenbeiträge der Nutzerinnen und Nutzer sowie von anderen Sozialleistungsträgern gedeckt wird. Die jährliche Vollerhebung der Ausgaben und Einnahmen öffentlicher Gebietskörperschaften spielt eine entscheidende Rolle bei der Planung dieser Maßnahmen und ist eine wichtige Basis für die Evolution des Kinder- und Jugendhilferechts. Hier zeigt sich, dass die finanziellen Aufwendungen für die Jugendhilfe seit 2005 um den Faktor 3 gestiegen sind: von 20,9 Milliarden Euro auf 62 Milliarden Euro. Diese Entwicklung verdeutlicht die steigenden Anforderungen an die Unterstützungssysteme.

Insgesamt lässt sich erkennen, dass die finanziellen Belastungen sowie die Herausforderungen im Bereich der Jugendhilfe stetig zunehmen. Die lokale und nationale Politik steht vor der Aufgabe, diesen Herausforderungen mit kreativen Lösungen und ausreichenden Mitteln zu begegnen, um die Bedürfnisse der jungen Menschen im Landkreis und darüber hinaus zu decken.

Schwäbische berichtet, dass die Ausgaben für Jugendhilfe auch in Zukunft ein zentrales Thema bleiben werden. Mehr Informationen über die Finanzen der Kinder- und Jugendhilfe finden Sie auf Kinder-Jugendhilfe.info und im aktuellen Bericht von Destatis.