Das Handwerk in der Region Ostalb bis Bodensee präsentiert sich im Jahr 2025 stabil, trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds. Laut einem Bericht der Schwäbischen Zeitung wurden im Jahr 2025 insgesamt 77 Insolvenzen verzeichnet, was einen Rückgang im Vergleich zu 92 Insolvenzen im Jahr 2024 darstellt. Diese positive Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da die Zahl der Firmeninsolvenzen bundesweit um 13,3% auf 4950 gestiegen ist, die höchste Zahl seit über zehn Jahren. Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen von steigenden Kosten für Energie, Material und Löhne bis hin zu den begrenzten finanziellen Puffern kleiner und mittelständischer Handwerksbetriebe.
Im Kammerbezirk Ulm liegt die Insolvenzquote bei 0,35%, ein Rückgang im Vergleich zu 0,41% im Jahr 2024. Diese Quote ist zudem ein wenig besser als die 0,31% aus dem Jahr 2020, jedoch schlechter als die 0,51% aus 2014. Eine detaillierte Betrachtung zeigt, dass die Insolvenzen in den einzelnen Kreisen unterschiedlich verteilt sind: Biberach verzeichnete 8 Insolvenzen, der Bodenseekreis 9, Heidenheim 5, Ostalbkreis 22, Ravensburg 11, Alb-Donau-Kreis 11 und Ulm ebenfalls 11. Die Handwerkskammer Ulm fordert daher politische Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Handwerk und den Mittelstand.
Stabilität trotz Herausforderungen
Die Zahlen aus dem Jahr 2024 bestätigen die Stabilität des Handwerks in der Region. Dort gab es insgesamt 92 Insolvenzeröffnungen bei über 20.000 Mitgliedsbetrieben, was einen Rückgang im Vergleich zu 99 Insolvenzen im Jahr 2023 darstellt. Die Insolvenzquote sank von 0,45% im Jahr 2022 auf 0,41% im Jahr 2023. Katja Maier, Präsidentin der Handwerkskammer Ulm, sieht die aktuellen Zahlen nicht als besorgniserregend an. Auch sie fordert von der Politik Maßnahmen zur Verbesserung der Standortbedingungen, insbesondere in Bezug auf bezahlbare Energie, reduzierte Bürokratie und sinnvollere Steuer- und Abgabenlasten. Ziel dieser Forderungen ist es, die Stabilität der Betriebe zu sichern und positive Auswirkungen auf Kommunen, Staat und Verbraucher zu erzielen.
Ein Blick auf die Branche
Die allgemeine Lage im Handwerk zeigt eine Zunahme der Unternehmensinsolvenzen seit 2022, insbesondere im Metallhandwerk und im Handwerk für gewerbliche Bedarfe, wo ein Anstieg von 38,9% verzeichnet wurde. Im Bauhauptgewerbe gab es 2024 insgesamt 1.610 Insolvenzen, ein Anstieg um 14% im Vergleich zum Vorjahr. Die Herausforderungen sind jedoch nicht einheitlich verteilt. Während im Dachdeckerhandwerk die Insolvenzen tendenziell gefallen sind, kämpft das Kfz-Gewerbe mit einem Anstieg der Insolvenzen im Jahr 2024, jedoch mit einem Umsatzwachstum von 7,4%.
Die steigenden Kosten und der Fachkräftemangel bleiben auch im Friseurhandwerk und in anderen Bereichen spürbar. Viele Betriebe stehen unter Druck, und es werden vermehrt stille Schließungen ohne formale Insolvenz beobachtet. Der Bedarf an politischen Maßnahmen und wirtschaftlicher Stabilität ist daher nicht nur evident, sondern dringend erforderlich, um die Herausforderungen, vor denen die Handwerksbetriebe stehen, zu bewältigen und die wirtschaftliche Gesundheit der Branche langfristig zu sichern.






