Heute ist der 20.02.2026 und in Baden-Baden beginnt die aufregende Zeit der Amphibienwanderung. Die milden und feuchten Nächte treiben die Erdkröten, Grasfrösche und Molche aus ihren Winterquartieren in Richtung der Laichgewässer. Doch dieser Weg ist nicht ohne Gefahren: Über viel befahrene Straßen gilt es, die kleinen Tierchen sicher zu geleiten. Hier sind die Helfer des NABU gefordert, die in Haueneberstein die Amphibienzäune kontrollieren, Tiere aus Fangeimern sammeln und sie sicher über die Straße tragen.
Der ehrenamtliche Einsatz ist von entscheidender Bedeutung, um die kleinen Populationen vor Verkehrstoten zu schützen. Unterstützung erhält der NABU von dem Ökotrupp des Forstamts, der beim Aufstellen und Kontrollieren der Zäune hilft. In diesem Jahr wird dringend nach weiteren Helfern gesucht, insbesondere in den Gebieten Grünbachtal, zwischen Fremersberg und Varnhalt, im Stadtgebiet am Oberen Waldsee und im unteren Verlauf der Waldseestraße. Interessierte müssen keine Experten sein; eine kurze Einweisung genügt, um mitzumachen. Der Einsatz wird vom BUND organisiert, und als Ansprechpartner steht Jörg Fortak zur Verfügung. Kontaktmöglichkeiten sind eine E-Mail oder ein Anruf beim Forstamt Baden-Baden unter der Nummer 07221 93-1661. Für weitere Informationen können Sie auch diesen Artikel lesen.
Die Bedeutung des Amphibienschutzes
Die Amphibienschutzmaßnahmen sind in dieser Saison besonders wichtig, da viele Ehrenamtliche beim Schutz der Tiere mithelfen. So hat beispielsweise die NABU-Aktivistin Katrin Sell aus Aßlar von einem Anstieg der geretteten Amphibien berichtet: 7.150 Tiere wurden in diesem Jahr gerettet, im Vergleich zu 5.000 im Vorjahr. Dennoch gibt es auch negative Berichte, wie von Norbert Möller aus Großenhausen, der eine ungünstige Bilanz für Frühlaicher aufgrund der Wetterbedingungen zieht. In Rheinland-Pfalz wurden an einem Schutzzaun bereits 215 Tiere gezählt, was die Notwendigkeit von Schutzzäunen und der Meldung von überfahrenen Amphibien unterstreicht.
Die Wetterbedingungen spielen eine entscheidende Rolle für die Wanderbewegungen der Amphibien, wobei der Höhepunkt typischerweise um den 15. März liegt. Erste Wanderbewegungen wurden bereits Ende Januar 2025 gemeldet. Daher sind rechtzeitige Kontrollen und die Errichtung von Schutzzäunen essenziell, um die Tiere sicher über die Straßen zu leiten. Für mehr Informationen zu den Schutzmaßnahmen und zur Meldung von Moorfröschen können Sie den NABU besuchen.
Maßnahmen zur Förderung von Amphibien
Die Schaffung von geeigneten Fortpflanzungsgewässern für Amphibien erfordert eine enge Abstimmung zwischen Teichbewirtschaftern und den jeweiligen Amphibienarten. Jeder Teich hat individuelle Eigenschaften, weshalb eine Beratung durch Fachleute von Fischereifachberatungen und Unteren Naturschutzbehörden sehr hilfreich sein kann. Zudem gibt es Förderprogramme, die beantragt werden können. Professionelle Teichbewirtschafter haben die Möglichkeit, ohne Mehrkosten im Amphibienschutz aktiv zu werden, indem sie ihre Teiche so gestalten, dass sie auch als Lebensraum für Amphibien dienen.
Einige einfache Maßnahmen zur Unterstützung der Amphibien sind das Schaffen von Ruhezonen im Gewässer und am Ufer, das Tolerieren von Unterwasservegetation und das Vermeiden von Grabenräumungen während der Larvenzeit. Auch die richtige Pflege und das richtige Timing bei der Teichbewirtschaftung sind entscheidend. Der BUND Naturschutz bietet umfassende Informationen und Ratschläge zur Aufrechterhaltung eines gesunden Lebensraums für Amphibien.