Baden-Baden setzt auf Einsparungen im öffentlichen Nahverkehr. Die Stadtverwaltung hat Maßnahmen beschlossen, die den Abbau von 18 Busfahrer-Stellen mit sich bringen werden. Diese Entscheidungen wurden vom Hauptausschuss der Stadt mehrheitlich abgesegnet, und die erhofften Einsparungen belaufen sich auf etwa zwei Millionen Euro pro Jahr. Die Zeit drängt, denn die Ortschaftsräte planen bereits für Anfang Dezember weiter über die Einsparungen im Busverkehr zu beraten. Endgültig entschieden wird dann am 15. Dezember im Gemeinderat von Baden-Baden.SWR berichtet.

Die Situation ist alles andere als rosig, denn die Reduzierung der Busfrequenz wird vor allem Stadtteile wie Rebland treffen, wo künftig pro Stunde lediglich noch zwei Busse fahren sollen – bisher waren es drei. Stadtwerke wollen zwar eine sozialverträgliche Ausgestaltung sichern, doch der Fahrgastbeirat im Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) warnt bereits vor einem Attraktivitätsverlust des Nahverkehrs. Die Grünen haben sich bei der Abstimmung enthalten und bringen Bedenken in puncto ÖPNV-Attraktivität vor. In der CDU gibt es Ideen für langfristige Lösungen, wie Vorschläge für autonome Busse von Ansgar Gernsbeck, während der AfD-Chef Kurt Hermann die Einsparungen für unvermeidbar hält und weitere Maßnahmen fordert.

Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs

Angesichts der aktuellen Entwicklungen wird die Frage nach der Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs immer drängender. Vollautomatisierte Busse könnten einen wichtigen Beitrag zur Kostensenkung leisten. Eine Studie von PwC und der Universität St. Gallen zeigt, dass bis 2047 bis zu 75% des ÖPNV in Deutschland durch autonom fahrende Busse betrieben werden könnten. Dafür wären etwa 85.300 fahrerlose Busse und Robotaxis notwendig. Trotz nennenswerter Investitionskosten von rund 5,7 Milliarden Euro bis 2047, wird ein großes Potenzial für Einsparungen durch autonome Fahrzeuge gesehen. So könnten optimierte Robobusse pro Kilometer bis zu 80% weniger staatliche Zuschüsse braucht. PwC hebt hervor.

Durch diese neuen Technologien wären nicht nur geringere Unfallrisiken und eine bessere Verfügbarkeit zu erwarten, auch könnte das ÖPNV-Angebot bei niedrigeren Kosten pro Fahrkilometer attraktiver werden. Der Bund hat bereits einen rechtlichen Rahmen für vollautonomes Fahren geschaffen, doch Serienzulassungen fehlen bislang noch.

Finanzielle Herausforderungen des ÖPNV

Dabei muss der öffentliche Nahverkehr in Deutschland trotz ausgeklügelter Konzepte mit finanziellen Hürden kämpfen. Verkehrsunternehmen könnten aktuell nur etwa 30% ihrer Betriebskosten über Ticketverkäufe decken, während der Großteil aus öffentlichen Mitteln kommt. Vor der Pandemie war es möglich, bis zu 75% der Kosten selbst zu finanzieren. Besonders das neue Deutschlandticket belastet die Kassen von Bund und Ländern zusätzlich mit etwa 3 Milliarden Euro jährlich, sodass Reformen dringend notwendig sind.Die FAZ berichtet.

In der Summe stehen also große Veränderungen an, die sowohl Herausforderungen als auch Chancen bieten. Baden-Baden könnte mit dem Blick in die Zukunft und neuen Technologien des autonomen Fahrens möglicherweise einen Weg hin zu einem wirtschaftlicheren und attraktiveren ÖPNV einschlagen.