Ein Rückblick auf die Nachkriegszeit in Baden-Baden: Diesen spannenden Themenkreis beleuchtet die 32-teilige Serie von goodnews4.de, die sich mit der prägenden Ära des Oberbürgermeisters Ernst Schlapper beschäftigt. Von 1946 bis 1969 war Schlapper im Amt und stellt eine kontroverse Figur dieser Zeit dar. Die Probleme, die er mit der jungen Demokratie hatte, werfen ein Licht auf die Herausforderungen, mit denen die Stadt und die Gesellschaft konfrontiert waren. Der heutige Datum, der 3. Dezember 2025, fällt zufällig mit diesen Überlegungen zusammen und bietet einen passenden Zeitpunkt für einen solchen Rückblick.

Schlapper, geboren am 13. Dezember 1888 in Essen und gestorben am 9. August 1976 in Baden-Baden, war kein Unbekannter. Bevor er seine politische Karriere startete, arbeitete er als Privatsekretär für den Stahlindustriellen August Thyssen. Nach seiner Verurteilung wegen eines Devisenvergehens kam er vor dem Zweiten Weltkrieg ins Gefängnis. Doch nach seiner Entlassung fand er in Baden-Baden eine neue Heimat.

Die Herausforderungen der Nachkriegszeit

Die Nachkriegszeit in Deutschland war eine Ära voller Umbrüche. Die alliierten Besatzungsmächte verfolgten in der Nachkriegszeit fünf zentrale Ziele: Demontage, Demilitarisierung, Denazifizierung, Demokratisierung und Dezentralisierung. Die französische Besatzung, die Baden-Baden beeinflusste, legte besonderen Wert auf Sicherheit und Kohle, was oft in Konflikt mit dem Bedürfnis nach einer demokratischen Neuausrichtung der Gesellschaft geriet. General Hettier de Boislambert, der ehemalige Militärgouverneur von Rheinland-Pfalz, betonte in einem Interview, dass seine oberste Priorität die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung war.

Parallel zu Schlappers politischer Arbeit wurde Baden-Baden von den Strukturen der französischen Besatzung geprägt, die sich durch strenge Demontagepolitik und wirtschaftliche Ausbeutung auszeichnete. Dennoch gab es auch Hoffnungszeichen, wie die berühmte „Speech of Hope“ von US-Außenminister James F. Byrnes, die einen Weg zur wirtschaftlichen Erholung aufzeigte und eine positive Zusammenarbeit mit den USA anregte.

Ernst Schlapper und seine Kontroversen

Während seiner Amtszeit geriet Schlapper mehrfach in die Schlagzeilen. Besonders ins Licht der Öffentlichkeit rückte sein Verbot, Bertolt Brechts „Mutter Courage“ im Theater Baden-Baden aufzuführen, was er damit begründete, dass das Stück für das Publikum unzumutbar sei. Diese Entscheidung hinterließ einen tiefen Eindruck und zeigt, wie empfindlich die Gesellschaft auf Kunst und Kultur in dieser Umbruchszeit reagierte. Seine feste Überzeugung, dass „Baden-Baden herrlichen Zeiten entgegengeht“, offenbarte eine optimistische Sichtweise, die nicht von den schweren Schatten der Vergangenheit überschattet werden sollte.

Nach seinem Rücktritt am 30. Juni 1969 wurde Schlapper zum Ehrenbürger von Baden-Baden ernannt, wodurch sein langjähriger Dienst gewürdigt wurde. Allerdings blieben die autokratischen Erben seiner Amtszeit bis heute spürbar im Rathaus, was die Debatten um die demokratische Entwicklung der Stadt weiterhin prägt.

Ein neues Buch von Christian Frietsch, veröffentlicht im Juni 2025, behandelt ebenfalls Schlapper und seine Zeit als Oberbürgermeister. Es ist nicht nur ein weiteres Kapitel in der Geschichte Baden-Badens, sondern auch ein nötiger Blick auf die schwierigen Anfänge der deutschen Demokratie nach dem Zweiten Weltkrieg.

Für alle, die sich intensiver mit der Zeit Aure Schlappers und den damit verbundenen gesellschaftlichen Umbrüchen beschäftigen möchten, bietet die Serie von goodnews4.de einen beeindruckenden Einblick in eine Ära, die maßgeblich die Entwicklung der Stadt und ihrer Bürger geprägt hat.