Die Cybersicherheit steht derzeit ganz oben auf der Agenda der baden-württembergischen Landesregierung. Am 26. November 2025 fand der erste Think Tank von Wirtschaft digital in Stuttgart statt, bei dem Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut vor den wachsenden Risiken warnte, die Unternehmen zunehmend ausgesetzt sind. Diese Bedrohungen nehmen nicht nur zu, sondern verändern sich auch rasch, was von der Ministerin als ernstzunehmende Herausforderung eingestuft wird. Der heutige Dialog zielt darauf ab, Unternehmen zu ermutigen, sich besser auf diese Herausforderungen vorzubereiten und ihre Sicherheitsstrategien zu stärken.
Im Rahmen dieser Initiative wurde ein neues Förderprojekt des Wirtschaftsministeriums in Kooperation mit der KI-Allianz Baden-Württemberg vorgestellt. Dieses Projekt wird von einer umfassenden landesweiten Studie unterstützt, die bestehende Angebote zur Cybersicherheit in Unternehmen analysiert und bündelt. Das Ziel ist klar: Unternehmen sollen künftig schneller die für sie passenden Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Cybersicherheit erkennen und umsetzen können.
Kooperation für mehr Sicherheit
Die Veranstaltung brachte zahlreiche Partner aus Wirtschaft, Kammern, Verbänden, Gewerkschaften und Wissenschaft zusammen, um gemeinsam über die Verbesserung der Cybersicherheitsangebote zu diskutieren. Prominente Redner, wie Nicole Matthöfer, Präsidentin der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg, und Dr. Sarah Schuhbauer, Projektleiterin für Qualifizierungsbedarfe in der KI und IT, lieferten wertvolle Impulse für die Teilnehmer. Moderiert wurde der Think Tank von Mirko Ross, dem Geschäftsführer der Stuttgarter Asvin GmbH.
Die Initiative Wirtschaft digital, ins Leben gerufen von Dr. Hoffmeister-Kraut im Jahr 2017, stellt ein Netzwerk zur Verfügung, das sich der Digitalisierung in der Wirtschaft verschrieben hat. Sie bietet Unternehmen Unterstützung durch Information, Vernetzung, Beratung und Entwicklung. Dazu zählen unter anderem der Innovation Park Artificial Intelligence Baden-Württemberg (IPAI) sowie regionale KI-Exzellenzzentren und spezielle Förderprogramme von Invest BW.
Europäische Perspektive auf Cybersicherheit
Ein noch umfassenderes Bild zur Cybersicherheit und der Entwicklung digitaler Kompetenzen liefert die Europäische Kommission. Sie hat am 28. März 2025 das Arbeitsprogramm „Digitales Europa“ für 2025 bis 2027 verabschiedet und plant, etwa 1,3 Milliarden Euro in kritische Technologien zu investieren. Ziel ist die Förderung von innovativen Bereichen wie generativer Künstlicher Intelligenz, Cyberresilienz und die Entwicklung digitaler Kompetenzen innerhalb Europas. Dies verspricht nicht nur die technologische Souveränität der Europäischen Union zu stärken, sondern auch den Wettbewerb der europäischen Unternehmen zu fördern.
Das Augenmerk der EU liegt dabei besonders auf der Verbesserung der Cybersicherheit kritischer Infrastrukturen. Programme wie die EUid-Brieftasche, die digitale Identität fördern soll, sind Teil dieser großen Strategie. Auch die Unterstützung durch die Europäischen Innovationszentren zeigt, dass man auf Kooperation und technisches Know-how nicht nur auf regionaler, sondern auch auf EU-Ebene Wert legt. Jeder kann hier seinen Teil zur digitalen Zukunft beitragen, sei es durch Vorschläge in Projekten oder durch die aktive Mitgestaltung im Rahmen der bereitgestellten Ressourcen und Fonds.
Mit diesen Entwicklungen setzen Baden-Württemberg und die EU wichtige Impulse für eine zukunftsorientierte und sichere digitale Landschaft. Es bleibt abzuwarten, wie die Unternehmen in der Region auf diese neuen Rahmenbedingungen reagieren und ihre Chancen in der vernetzten Welt nutzen werden.