Was für ein spannendes Erlebnis für Filmfans in Biberach! Am 30. Oktober 2025 wurden die 47. Biberacher Filmfestspiele in der Stadthalle eröffnet, und für die Premiere wurde die mit Spannung erwartete Miniserie „Sternstunde der Mörder“ präsentiert. Diese hierzulande produzierte Serie ist ein historischer Thriller, der die letzten Monate der deutschen Besatzung in Prag im Jahr 1945 beleuchtet und im Auftrag der ARD entstand. Die ersten beiden Teile der Serie zogen gleich zu Beginn viele Zuschauer in ihren Bann. So berichtet die Schwäbische.
Die Handlung des Thrillers dreht sich um einen Mordfall, der die Abgründe der menschlichen Psyche aufzeigt. Hauptkommissar Beran, gespielt von Karel Dobry, übergibt den gefährlichen Mordfall an eine deutsche Offizierswitwe an seinen Assistenten Jan Morava, dargestellt von Jonas Nay. Ein Gestapo-Beamter, Erwin Buback (Nicholas Ofczarek), überwacht Morava und sorgt dafür, dass die Ermittlungen in einem ständigen Spannungsfeld zwischen Pflichtbewusstsein und persönlichen Interessen ablaufen. Regisseur Christopher Schier beschreibt den Plot nicht nur als Krimi, sondern auch als kritische Auseinandersetzung mit dem moralischen Dilemma, das in Kriegszeiten entsteht, wenn Täterhandeln dem eigenen Land nützt. Hierzu äußert er sich in einem Interview mit SWR.
Weltpremiere und Dreharbeiten
Die Weltpremiere des zweiten Teils ist für das kommende Wochenende im Cineplex-Kino angesetzt, worauf sich viele Fans freuen. Produzent Markus Kaatsch hebt hervor, dass die Miniserie die erste Verfilmung des Romanes von Pavel Kohout ist, der 1997 veröffentlicht wurde. Dieser Schriftsteller, dessen Leben stark prägend für sein Werk ist, lebte als Wortführer des Prager Frühlings und wurde aufgrund seiner Überzeugungen aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen und ausgebürgert. Kohout lebt heute abwechselnd in Prag und Wien und beschäftigt sich weiterhin mit seiner Schriftstellerei, wie das Presseportal berichtet.
Die Dreharbeiten zur vierteiligen Event-Serie fanden in Wien statt und endeten letzte Woche, nachdem insgesamt 50 Drehtage abgeschlossen wurden. Trotz der historischen Kulisse in Prag wurden die Szenen aufgrund logistischer Herausforderungen in die österreichische Hauptstadt verlegt. Die Produktion wurde unter der Regie von Schier mit einem Drehbuch von Holger Karsten Schmidt realisiert und erntete bereits vor der Premiere großes Interesse beim Publikum.
Ein Aufruf zur Unterstützung von Filmschaffenden
Zur Eröffnung der Filmfestspiele äußerte sich auch Kulturdezernentin Verena Fürgut und richtete einen herzlichen Appell an die Zuschauer, offen für die gezeigten Filme zu sein und die Filmschaffenden zu unterstützen. Carolin Bock, eine der anwesenden Filmschaffenden, lenkte die Aufmerksamkeit darauf, wie wichtig der kreative Austausch und die Unterstützung der heimischen Kinokultur sind. Es ist ein Herzstück unseres kulturellen Lebens, gerade in solchen herausfordernden Zeiten.
Die 47. Biberacher Filmfestspiele bringen nicht nur die neusten filmischen Werke auf die Leinwand, sondern auch die Diskussion über aktuelle Themen und die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Man darf gespannt sein, wie die Zuschauer auf die „Sternstunde der Mörder“ reagieren werden und welche Geschichten noch in den kommenden Tagen erlebbar sein werden.