Eine große Welle der Unsicherheit erfasst Deutschlands Bäckerlandschaft: Die Bäckerei Konditorei Mäschle GmbH & Co. KG aus Laupheim hat am 27. August 2025 Insolvenz angemeldet. Insolvenzverwalter Michael Wahl von der Kanzlei PLUTA hat die Verantwortung für die fortwährende Abwicklung übernommen. Trotz der Insolvenz konnten Kunden zunächst weiterhin in den Filialen einkaufen, während der Betrieb formal fortgeführt wurde. Doch all das wird nun ein Ende haben, wie Merkur berichtet.

Nach einem schwierigen Jahr und einem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung, das letztlich in ein Regelverfahren umgewandelt wurde, ging die Anzahl der Filialen einst von sechs auf nunmehr fünf zurück. Diese befinden sich verteilt auf die Städte Laupheim, Schemmerhofen, Warthausen und im Ulmer Stadtteil Eggingen. Aber obwohl der Betrieb bis zur Gläubigerversammlung am 27. Oktober 2025 weiterlief, wurde der damit verbundene Verlust der letzten Monate für die Verantwortlichen immer bedrohlicher. Die Gläubiger stimmten einstimmig der Schließung aller Filialen zu.

Betriebsstillstand und Kündigungen

Am 28. Oktober 2025 wurden die rund 50 Mitarbeiter darüber informiert, dass ihre Arbeitsverhältnisse bis Ende des Monats gekündigt werden müssen. Die über die Insolvenz hinausgehende permanente wirtschaftliche Misere führte zu dieser bitteren Entscheidung. Die betriebliche Lage hat sich seit der Anmeldung nicht verbessert, und die laufenden Kosten können nicht mehr gedeckt werden. Dass es in der Branche zu solch drastischen Maßnahmen kommt, ist keine Einzelerscheinung.

Wie tz ergänzt, ist nicht nur die Bäckerei Mäschle betroffen, sondern auch andere Traditionsunternehmen, wie die Bäckerei Nissen in Glücksburg, die ebenfalls Insolvenz angemeldet hat. Der Geschäftsführer Rüdiger Prill sah sich nach finanziellen Engpässen und aufgrund gesundheitlicher Probleme gezwungen, diesen Schritt zu gehen. Prills Bäckerei ist von der Schließung von 14 Filialen und dem Verlust von 80 Arbeitsplätzen bedroht. Auch die nicht idealen Entscheidungen in der Unternehmensführung trugen zur Misere bei.

Wachsende Insolvenzzahlen

Die Situation ist nicht neu, sondern Teil eines besorgniserregenden Trends. Im Jahr 2024 meldeten in Deutschland 21.812 Unternehmen Insolvenz an, was einen Anstieg von 22,4% im Vergleich zum Vorjahr bedeutete, wie ifm-bonn feststellt. Diese Zahlen machen deutlich, dass die Branche unter Druck steht und immer mehr Betriebe aus den verschiedensten Gründen in Schieflage geraten. Die schwache Konjunktur und die herausfordernde wirtschaftliche Lage führen zu einem Anstieg der Insolvenzen, während Unternehmensschließungen in der Gesamtstatistik laut einer Schätzung für 2024 ganze 270.000 Betriebe betreffen.

Die genannten Entwicklungen sind nicht nur eine alarmierende Warnung an andere Unternehmen der Branche, sondern auch ein Zeichen, dass in der Bäckereiwelt dringender Handlungsbedarf besteht. Ob in Laupheim oder Glücksburg, die Herausforderungen sind überall ähnlich stark spürbar, und es bleibt zu hoffen, dass betroffene Bäckereien bald den Weg zurück in gesunde wirtschaftliche Bahnen finden können.