Die Bundeswehr hat im Laufe der Jahre zahlreiche Liegenschaften in Deutschland betrieben, von denen viele mittlerweile aufgegeben wurden. Die Liste ehemaliger Bundeswehr-Liegenschaften beschreibt diese Standorte und gibt einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Dienststellen und Truppenteile, die dort stationiert waren. Die Auflistung umfasst nicht nur die bereits geschlossenen Liegenschaften, sondern auch solche, die in naher Zukunft zur Schließung vorgesehen sind. Aktuell enthaltene Schließungszeitpunkte bieten einen Einblick in die Veränderungen der militärischen Infrastruktur in Deutschland.
Die Abkürzungen in der Liste kennzeichnen die Zugehörigkeit zu den Teilstreitkräften: Heer (H), Luftwaffe (L), Marine (M), Streitkräftebasis (SKB) und Zentraler Sanitätsdienst (ZSan). Besonders erwähnenswert sind die Standorte in Städten wie Aachen, Achim, Bad Arolsen und Berlin, die alle seit vielen Jahren nicht mehr militärisch genutzt werden. In vielen Fällen wurden die Liegenschaften bereits umgestaltet und sind nicht mehr als Militärgelände erkennbar. Allerdings sind auch die Luftbilder auf Google Earth möglicherweise nicht aktuell, was eine Herausforderung für Interessierte darstellt, die mehr über diese ehemaligen Standorte erfahren möchten.
Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
Die Bundeswehr plant eine Vergrößerung und benötigt dafür Platz. Es ist daher bemerkenswert, dass von den 200 Liegenschaften, die künftig zivil genutzt werden sollten, die meisten in der Hand der Bundeswehr bleiben. Das Verteidigungsministerium hat die Umwandlung militärisch genutzter Liegenschaften für zivile Zwecke ausgesetzt, was auf den erhöhten Bedarf an Standorten zurückzuführen ist. Betroffen sind 13 Liegenschaften, die die Bundeswehr weiterhin betreibt, sowie 187 ehemalige Liegenschaften im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die ebenfalls für die Bundeswehr geeignet sind.
Ein Beispiel für eine solche Bundeswehr-Liegenschaft ist das Gelände des stillgelegten Berliner Flughafens Tegel. In Bayern werden weiterhin vier Standorte von der Bundeswehr betrieben, darunter zwei Kasernen und zwei Flugplätze. Auch in Nordrhein-Westfalen stehen zwei Bundeswehr-Standorte nicht mehr für zivile Nutzung zur Verfügung, was in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein ähnlich aussieht. In Niedersachsen und Baden-Württemberg wurden Umwandlungspläne für jeweils eine Kaserne aufgegeben, da die betroffenen Liegenschaften Teil der „strategischen Liegenschaftsreserve der Bundeswehr“ werden sollen.
Die Bedeutung der Umwandlung
Die Diskussion um die Umwandlung von Bundeswehrstandorten für zivile Zwecke ist nicht neu. Sie begann in den frühen 1990er-Jahren nach der Reduzierung der Bundeswehr nach dem Kalten Krieg und wurde in den 2010er-Jahren nach der Aussetzung der Wehrpflicht fortgeführt. Ehemals militärisch genutzte Flächen wurden teilweise für die zivile Nutzung freigegeben, was viele Gemeinden vor neue Herausforderungen stellt.
Aktuelle Beispiele zeigen, dass die Umwandlung von Bundeswehrstandorten auch im Kontext gesellschaftlicher Bedürfnisse wie der Bereitstellung von Flüchtlingsunterkünften betrachtet werden kann. So wurde ein ehemaliges Munitionslager in Mockrehna als mögliche Flüchtlingsunterkunft in Betracht gezogen. Laut Nils Hilmer, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, ist die Tragweite dieser Entscheidungen enorm, und das Ministerium plant, bestehende zivile Planungen zu berücksichtigen, wenn möglich. Gespräche mit Ländern, Städten und Gemeinden sollen dazu führen, Lösungen zu finden, die sowohl militärische als auch kommunale Interessen berücksichtigen.