Im Herzen des Bodenseekreises, genauer gesagt im Sportbad Friedrichshafen, wird nachhaltige Technik großgeschrieben. Bei einem Rundgang durch die Einrichtungen des Bades, das 2019 eröffnet wurde, durften Besucher eine bunte Gruppe von Kleinkindern bis Senioren erleben, die sich für die beeindruckende Technik interessierten. Robert Grammelspacher, Abteilungsleiter der Häfler Bäder, empfing die Gäste und übergab das Wort an Andreas Barth, den stellvertretenden technischen Leiter des Sportbads, der die Führung übernahm.

Die erste Station war der Schwallwasserbehälter, in dem das verdrängte Wasser durch Rohrleitungen ankommt. Hier sammeln sich Schmutzpartikel wie Haare und Synthetikfasern, bevor das Wasser weiterverarbeitet wird. Mit einem Volumen von 700 Kubiklitern wird das Schwimmerbecken alle vier Stunden umgewälzt. Ein Pumpensystem leitet das Wasser durch einen groben Filter, bevor es zur nächsten Station, der Filteranlage, gelangt. Hier wird mit einem Flockungsmittel gearbeitet, das ähnlich wie bei der natürlichen Grundwasserfiltration wirkt und Schmutzpartikel bindet, um sie anschließend herauszufiltern. Das Sportbad verbraucht jährlich knapp 55.000 Liter Wasser, was vor allem durch Verdunstung und Wasserentnahme durch die Gäste zustande kommt. Pro Badegast sind dabei 30 Liter Wasser am Tag vorgeschrieben.

Effiziente Wasseraufbereitung und Nachhaltigkeit

Die Filteranlage selbst ist ein Meisterwerk der Technik: Sie besteht aus einem Mehrschichtfilter mit Kies- und Aktivkohleschicht, wobei zwei Filter pro Becken für einen sicheren Betrieb sorgen. Grobe Schmutzpartikel werden durch die Kiesschicht entfernt, während die Aktivkohleschicht dafür sorgt, dass der Chloranteil reduziert wird. Um die Qualität des Wassers sicherzustellen, wird die Filteranlage regelmäßig gereinigt. Dabei wird das Wasser im Innenraum abgesenkt und mit Luft durchspült; das Spülwasser fließt anschließend in einen Abwasserbehälter.

Das gereinigte Wasser wird dann zur Inspektion weitergeleitet und mit Chlor angereichert, wobei die Konzentration zwischen 0,3 und 0,6 mg/L liegt. Diese wird zweimal täglich automatisch und einmal täglich manuell überprüft. Ein besonderes Augenmerk gilt der Nachhaltigkeit: Das Sportbad hat einen Wasserkreislauf entwickelt, der deutlich umweltfreundlicher ist als die früheren Systeme, die ohne Kreislauf arbeiteten. Dies ist besonders wichtig, da Schwimmbäder zur Einhaltung der Klimaziele beitragen müssen und das Ziel eines CO₂-neutralen Bades anstreben.

Vielfältige Wassererlebnisse

Doch das Sportbad Friedrichshafen bietet nicht nur technische Finessen, sondern auch eine Vielzahl an Wassererlebnissen. Auf einer Gesamtwasserfläche von etwa 1.200 Quadratmetern können die Besucher in beheizten Schwimmbecken und Wasserattraktionen entspannen. Das Schwimmerbecken verfügt über sechs Bahnen und eine Wassertemperatur von etwa 28°C. Für Schul- und Vereinsaktivitäten gibt es ein Becken mit fünf Bahnen, einem Teilhubboden und einer Sprunganlage.

Für die kleinen Gäste ist das Kleinkindbecken mit einer Babyrutsche, Wasserigel und Wasserkanone ausgestattet, die Wassertemperatur liegt hier bei angenehmen 31°C. Ein weiteres Highlight ist die 83 Meter lange Wasserrutsche mit einem „Infinity-Jump“ und einem Landebecken, die für jede Menge Spaß sorgt. Aber auch die Wellnessliebhaber kommen auf ihre Kosten: Das Aromadampfbad und verschiedene Saunen im Obergeschoss bieten Entspannung pur. Hierzu zählt auch der Damensaunatag jeden Montag, außer an Feiertagen, sowie regelmäßige Aufgüsse, die für ein besonderes Erlebnis sorgen.

Insgesamt zeigt das Sportbad Friedrichshafen, wie moderne Technik und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können, während gleichzeitig ein breites Spektrum an Freizeitmöglichkeiten für alle Altersgruppen geboten wird. Für weitere Informationen über die nachhaltigen Initiativen der Einrichtung und die Wichtigkeit von Klimaschutz in Schwimmbädern, können interessierte Leser auf die Webseite der Deutschen Gesellschaft für Fachbau und Dienstleistungen gehen.

Für alle, die die vielfältigen Angebote des Sportbads und die durchdachte Technik selbst erleben möchten, lohnt sich ein Besuch allemal. Denn hier wird nicht nur geschwommen, sondern auch aktiv an der Zukunft unserer Umwelt gearbeitet.