Im Landkreis Lindau ist die Vogelgrippe (H5N1) angekommen. Heute wurde der erste bestätigte Fall bei einer verendeten Saatkrähe im Lindauer Stadtgebiet festgestellt. Damit ist der Landkreis, der zuvor von der Geflügelpest verschont blieb, nun betroffen. Wie schwaebische.de berichtet, zeigt der Fund der infizierten Saatkrähe, dass das Virus in der Region bereits aktive Kreise zieht. Auch im benachbarten Bodenseekreis wurde kürzlich ein Höckerschwan positiv getestet, was die Situation weiter verschärft.

Das Veterinäramt Lindau hat die Bürger zur erhöhten Wachsamkeit aufgerufen. Besonders wichtig sind die geltenden Vorsichtsmaßnahmen, um eine weitreichende Ausbreitung auf Haus- und Nutzgeflügel zu verhindern. So sollten tote Wildvögel – abgesehen von kleinen Singvögeln – nicht angefasst und stattdessen der Behörde gemeldet werden. Der Kontakt von Haustieren wie Hunden und Katzen zu diesen Kadavern sollte unbedingt vermieden werden.

Vorsichtsmaßnahmen und Hinweise

Die wichtigsten Hinweise des Veterinäramts sind klar: Geflügelhalter sind aufgefordert, ihre Tiere dem Veterinäramt zu melden, sollten sie dies noch nicht getan haben. Um Geflügel vor Wildvögeln zu schützen, sollten Futter, Wasser und Einstreu unbedingt von deren Ausscheidungen ferngehalten werden. Auch die Verwendung separater Stallkleidung wird empfohlen, um die Virusübertragung zu minimieren.

Bei auffälligen Symptomen oder der Entdeckung von mehreren toten Tieren innerhalb von 24 Stunden sollte umgehend ein Tierarzt kontaktiert werden. Zudem bedeutet ein Rückgang der Legeleistung oder neurologische Auffälligkeiten an den Tieren Alarmstufe Rot.

Globale Bedrohung durch Vogelgrippe

Die Vogelgrippe breitet sich nach wie vor weltweit aus und stellt eine Bedrohung für die Artenvielfalt dar. Wie der NABU in einem aktuellen Bericht erwähnt, gibt es seit Mitte Oktober 2025 in Deutschland Berichte über tausende verendete Kraniche. Diese elegante Vogelart ist zwar nicht die Hauptursache für die Ausbrüche, zeigt jedoch, wie schnell sich das Virus unter den Wildvögeln verbreiten kann. In anderen Ländern, wie Ungarn, wurden ähnliche Verluste verzeichnet, was die Alarmbereitschaft erhöht.

Die Ansteckung der Kraniche erfolgt durch den Kontakt mit infizierten Wasservögeln an Rastplätzen. Das Virus kann in Wasser überleben und wird so schnellestens verbreitet. Dies macht präventive Maßnahmen in Geflügelbetrieben unerlässlich, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Hierbei empfehlen Experten temporäre Stallpflichten, um den Kontakt zwischen Haus- und Wildvögeln zu minimieren.

Angesichts dieser Bedrohung sind die Landesbehörden gefordert, nicht nur kurzfristige Maßnahmen zu implementieren, sondern auch langfristige Strategien zu entwickeln, um die Sicherheit in der Geflügelhaltung zu erhöhen. Hygienemaßnahmen und entsprechende Schulungen im Personalbereich sind unerlässlich, um der Ausbreitung der Vogelgrippe entgegenzuwirken. Internationen Transport von Vögeln sollte ebenfalls strenger kontrolliert werden, um zukünftige Ausbrüche zu verhindern.

In dieser angespannten Situation ist es von großer Bedeutung, dass die Bevölkerung aufmerksam bleibt und die aktuellen Vorsichtsmaßnahmen strikt befolgt. Gemeinsam können wir helfen, die Gesundheit unserer Tiere und unseres Ökosystems zu schützen.