In der Vorweihnachtszeit rückt ein ganz besonderer Mensch in den Fokus: Wolfgang Kimmig-Liebe, der gebürtige Böblinger, der seit nunmehr 41 Jahren als Nikolaus in den unterschiedlichsten Einrichtungen und auf Weihnachtsmärkten unterwegs ist. Für den 70-Jährigen ist die Rolle mehr als nur ein Kostüm; sie spiegelt seine tief verwurzelte Überzeugung wider, was er mit seinem Engagement deutlich macht. So plant er in diesem Jahr ganze 461 Termine, was eine deutliche Steigerung zu den 50 bis 100 Auftritten in früheren Jahren darstellt. Dies berichtet Stuttgarter Nachrichten.

Die Nacht gehört ihm: Bereits um 3 Uhr morgens steht Kimmig-Liebe auf, um seine Gedanken niederzuschreiben. Diese Disziplin zeugt von seiner Hingabe an die Rolle und die Botschaft des Nikolaus. Trotz eines schweren Sturzes im vergangenen Jahr, der ihn ins Krankenhaus brachte, lässt sich der Nikolaus von Myra, wie er sich selbst bezeichnet, nicht unterkriegen. Er besucht nach wie vor Hospize und bringt Trost für Sterbende, auch wenn er keine formale Ausbildung als Sterbebegleiter hat.

Nikolaus – eine Herzensangelegenheit

„Ich schlüpfe in die Rolle des heiligen Nikolaus, um Freude zu bringen und Nächstenliebe zu verkörpern“, erklärt Kimmig-Liebe. Dieser Einsatz beschränkt sich nicht nur auf die Weihnachtszeit. Für ihn ist der Nikolaustag, der 6. Dezember, von besonderer Bedeutung, an dem er Weihnachtsmärkte wie die in Aachen und Köln besucht. In einer Welt, die oft hektisch und oberflächlich erscheint, möchte er mit jeder Begegnung Brücken bauen und Fürsorge zeigen. Lokal berichtet hier auch Kreis Böblingen.

Kimmig-Liebe ist nicht nur als Seelsorger aktiv – er ist auch Markenbotschafter für den Lebkuchenhersteller Lambertz. Diese doppelte Rolle ermöglicht es ihm, seinen Auftrag zu erfüllen und gleichzeitig die Tradition des Nikolaus lebendig zu halten. Außerdem hat sich der Nikolaus veranlasst gesehen, seinen Vornamen amtlich in „Nikolaus“ ändern zu lassen, was jetzt auch in seinem Personalausweis vermerkt ist. Diese persönliche Verbindung zum Brauch zeigt, wie ernst er seine Aufgabe nimmt.

Gesegnetes Engagement mit Tradition

Ein besonderes Highlight in Kimmig-Liebes Leben war die Segnung durch Papst Benedikt XVI. Er küsste den päpstlichen Ring und wurde damit als Nachfolger des heiligen Nikolaus anerkannt. Dies ist nicht nur eine persönliche Ehre, sondern auch eine Bestätigung seiner Mission, in der Tradition des Heiligen Menschen Gutes zu tun. In einer Zeit, in der der Fokus oft verloren geht, kann sein unermüdlicher Einsatz als eine leuchtende Inspiration gelten.

Mit einem so ausgefüllten Terminkalender ist es kein Wunder, dass Wolfgang Kimmig-Liebe manchmal von Müdigkeit gezeichnet ist. Doch die Freude, die er durch seine Besuche und persönliche Begegnungen bringt, treibt ihn an. In einer Welt, die oftmals das Menschliche aus den Augen verliert, zeigt er uns, dass es immer Raum für Mitgefühl und Nächstenliebe gibt.

Der Nikolaus wird weiterhin seine Spuren hinterlassen, ob in Böblingen, Köln oder anderswo. Denn wo er hinkommt, da wächst das Gefühl der Zusammengehörigkeit und der Frieden – eine wichtige Botschaft, besonders in diesen herausfordernden Zeiten.