Wer auf komfortable Reisen mit dem Bus steht, sollte die Sterne-Klassifizierung der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) kennen. Diese hat ihren Sitz in Böblingen und sorgt seit nunmehr 50 Jahren dafür, dass die Qualität deutscher Reisebusse einheitlich bewertet wird. Egal ob für Geschäftsreisen oder Urlaubsfahrten – die Entscheidung, welcher Bus sich den begehrten Sternen rühmen darf, basiert auf strengen Kriterien und Prüfungen. Das hat die Stuttgarter Nachrichten enthüllt.

Insgesamt vergeben die Experten bis zu fünf Sterne, ergänzt durch das „fünf Sterne superior“-Label für besonders herausragende Fahrzeuge. Diese Auszeichnung wurde 1975 eingeführt, um einheitliche Qualitätsstandards zu schaffen. Prüfer wie Denise Riebisch messen dabei verschiedene Komfortmerkmale. Dazu zählen unter anderem der Winkel der Rückenlehne und der Sitzabstand. Auch die Ausstattung der Busse, wie Toilette, Klimaanlage und Leselampe, fließt in die Bewertung ein.

Hohe Standards und jährliche Kontrollen

Das gesamte System ist auf dem RAL Gütezeichen aufgebaut, welches als Klassifizierungssystem für Güte- und Prüfbestimmungen gilt. Dieses Gütezeichen wird von vereidigten Sachverständigen vergeben. Von der Entwicklung bis zur Umsetzung wurde eng mit dem Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) zusammengearbeitet. Es wird jährlich überprüft, um die Qualität zu sichern, was für Reisende Sicherheit und Vertrauen schafft.

Ein Blick auf die Plakette mit der Gültigkeitsmarke gibt den Reisenden Gewissheit über den Komfort der klassifizierten Reisebusse – bereits bei der Buchung. Das Bewertungssystem besteht mittlerweile seit über 30 Jahren und wird nicht nur im Verkehrswesen, sondern auch in anderen Branchen angewendet.

Nachhaltigkeit und Herausforderungen in der Branche

Doch die Gütegemeinschaft hat nicht nur die Qualität im Blick – auch die Umwelt bleibt nicht außen vor. Die Mitglieder betrachten den Bus als das umweltfreundlichste motorisierte Verkehrsmittel. Trotzdem gibt es Herausforderungen, die die Branche derzeit beschäftigen. Busunternehmer klagen über Einschränkungen in Innenstädten und das Fehlen von Parkmöglichkeiten. Zudem fordert die Gütegemeinschaft, dass der Gesetzgeber nicht vorschreiben sollte, welche CO2-neutrale Technik eingesetzt wird.

Ein weiteres drängendes Problem ist der Mangel an Fahrern, während die Kosten für den Busführerschein in Deutschland im internationalen Vergleich teuer sind. Die Anforderungen an einen Busfahrer sind hoch; neben technischem Wissen ist auch Sprachgewandtheit gefragt, um mit den Ansprüchen der Passagiere umgehen zu können. Die RAL weist darauf hin, dass die transparente Zertifizierung den Busunternehmern auch bei Leistungs- und Preisunterschieden Argumentationshilfen bietet.

Mit dieser Kombination aus Qualitätssicherung, hohen Standards und der Fokussierung auf Umweltfreundlichkeit setzt die Gütegemeinschaft Buskomfort Maßstäbe für eine nachhaltige und komfortable Reisebereitschaft – da macht Busfahren wieder richtig Freude!