Im malerischen Ebinger Hof zieht Hans-Werner Hein mit seinem Geschick als Drechsler die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Am heutigen Tag der offenen Werkstatt präsentiert er das Handwerk, das einst von Friedrich Rominger ausgeübt wurde, und zeigt die Kunst sowie die Werkzeuge seiner Vorgänger. Laut dem Schwarzälder Bote ist die Werkstatt seit Romingers Tod im Jahr 1987 kaum verändert worden und vermittelt den Charme vergangener Zeiten.
Hein ist ein echter Handwerker durch und durch. Seit nunmehr 25 Jahren drechselt er nebenberuflich und hat dabei autodidaktisch während seiner Ausbildung zum Zimmermann das Drechseln erlernt. Mit seiner Erfahrung im Außendienst kann er die Zuschauer mit fesselnden Geschichten in seinen Bann ziehen. „Ich kenne 99 Prozent von Romingers Werkzeugen“, verrät er. Dennoch kommen einige davon im heutigen Handwerk nicht mehr zum Einsatz, da sie nicht mehr berufsgenossenschaftlich zugelassen sind.
Tradition und Handwerk im Wandel
Eines der ältesten Handwerke, das Drechseln, hat eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Wie auf Drechseleisen.com erklärt wird, waren Drechseleisen bereits im alten Ägypten vor über 3000 Jahren gebräuchlich. Diese handgefertigten Werkzeuge haben sich über die Jahrhunderte hinweg weiterentwickelt. Im Mittelalter erlebte das Drechselhandwerk eine Blütezeit, als zünftige Regelungen und fortschrittliche Stahlwerkzeuge die Präzision verbesserten.
Hein benötigt für die Herstellung eines Geländerstabes doppelt so lange wie Rominger. Ein Zeichen dafür, dass sich die Techniken auch im heutigen Handwerk geändert haben. Während Rominger eine zweite Hand zur Stabilisierung des Holzes nutzte, übernimmt heute meist eine Maschine diese Aufgabe. Deswegen nimmt auch die Zeit für die Fertigung zu, was jedoch dem Ergebnis keinen Abbruch tut.
Einblicke ins Drechselhandwerk
Um die Besucher über die Techniken und das Handwerk zu informieren, ist Hein bereit, ein bis zwei Mal im Jahr in der historischen Werkstatt aktiv zu sein. „Staubmasken sind beim Drechseln Pflicht, um die Lunge zu schützen“, gibt er zudem wichtige Sicherheitsanweisungen weiter. Diese Präventionsmaßnahmen sind nicht nur für Einsteiger, sondern auch für erfahrene Handwerker von Bedeutung.
Hein wird demnächst auch die Weihnachtsmärkte der Region bereichern, beginnend in Rosenfeld. Weitere Markttage sind in Bisingen und Hechingen geplant. Die Vorfreude ist groß, das Handwerk des Drechslers nicht nur zu lauschen, sondern auch live zu erleben und das ein oder andere Stück selbst käuflich zu erwerben.
Mit seiner Leidenschaft für das Drechseln und den Geschichten, die er erzählt, bringt Hans-Werner Hein nicht nur alte Handwerkstechniken, sondern auch einen Teil der Geschichte und Kultur in den Ebinger Hof nach Köln zurück. Es bleibt zu hoffen, dass auch die nächste Generation ein gutes Händchen für dieses traditionelle Handwerk findet.