Die Lindenrain-Schule in Ebhausen hat ein innovatives pädagogisches Konzept ins Leben gerufen. Im Rahmen der Initiative „Spielen macht Schule“ wurden neue Gesellschaftsspiele in den Ganztagsbetrieb integriert. Das Konzept hat die Jury überzeugt und sorgt jetzt im Ganztagesbereich für belebbare Stunden. Die Spiele finden besonders in der Mittagsbetreuung großen Anklang, insbesondere in der Spiele-AG für Schüler der 3. bis 6. Klasse, wo sie sowohl zur Entspannung als auch zur sozialen Interaktion beitragen. Dabei übernehmen Achtklässler wie Florian Giersberg und Theo Bär, die als Spielebetreuer agieren, eine wichtige Rolle. Sie sind nicht nur dafür verantwortlich, die Spiele auszugeben, sondern auch die Regeln zu erklären und gemeinsam mit jüngeren Schülern zu spielen.
Das Konzept der Lindenrain-Schule geht Hand in Hand mit der Entscheidung, zur ersten *handyfreien* Schule in der Region zu werden. Das Ziel ist klar: Die Schüler sollen sich auf persönliche Interaktionen konzentrieren, statt in die digitale Welt abzutauchen. Gerade in Zeiten, in denen laut der Tagesschau immer mehr Schulen ein Handyverbot einführen, ist dies ein klarer Schritt in die richtige Richtung. Eine neue Studie der Universität Augsburg zeigt, dass ein solches Verbot nicht nur das soziale Klima in der Schule verbessert, sondern auch die Lernleistungen positiv beeinflussen kann.
Neues Spielerepertoire und soziale Förderung
Die neuen Spiele in der Lindenrain-Schule fördern zudem das soziale Lernen, indem sie Fähigkeiten wie Entscheidungsfindung, Regelverständnis und Teamarbeit stärken. Das „grüne Atrium“ im neu gestalteten Foyer der Schule wird durch die Spiele zu einem einladenden Ort, der von den Schülern reges Interesse erfährt. Auch in der Mensa gibt es einen Spielewagen, der von der Lehrerin Melanie Wolfer betreut wird, um die Grundschüler zum Spielen zu animieren.
Der Hintergrund solch eines Projektes sind Erkenntnisse aus der Hirnforschung, die zeigen, dass aktive Erfahrungen mit haptischen und visuellen Reizen als förderlicher erachtet werden als passive Medienerfahrungen. Schüler sollen in ihrer Freizeit die Möglichkeit erhalten, sich kreativ und sozial zu betätigen – ein Konzept, das nicht nur nach dem Rückgang der Schülerleistungen bei der PISA-Studie 2022 in Deutschland von Bedeutung ist, sondern auch in anderen europäischen Ländern Beachtung findet.
Das gesellschaftliche Resümee
Die Debatte um das Handyverbot an Schulen ist nicht neu. Eine Vielzahl von Studien, wie die Untersuchung der Universität Augsburg, belegen positive Effekte auf das soziale Klima von Schülern. Insbesondere in Ländern wie Frankreich und Italien sind Handyverbote bereits länger etabliert. Auch in Großbritannien und den Niederlanden trat seit 2024 ein solches Verbot in Kraft. Gleichzeitig erheben Experten die Stimme, dass Schulen verantwortlich und differenziert mit Technik umgehen sollten. Es ist eine Balance zwischen Verbot und pädagogischer Begleitung notwendig, um den Schülern den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln.
Die Lindenrain-Schule zeigt, wie effektives Lernen nicht nur durch die Abschottung von Smartphones, sondern auch durch kreative, gemeinschaftliche Spielangebote gefördert werden kann. Es bleibt abzuwarten, wie sich ähnliche Schulen in der Region orientieren und ob das Beispiel der Lindenrain-Schule Schule macht.