In Nepal, einem der ärmsten Länder der Welt, engagiert sich der Nepalverein Weil am Rhein für nachhaltige Hilfe und soziale Projekte. Wie Verlagshaus Jaumann berichtet, ist der Verein in den vergangenen Jahren gewachsen und betreut zwei Kinderhäuser für Waisen in Hunumath, nur 20 Kilometer von der Hauptstadt Kathmandu entfernt.

Die Vorsitzende Omari Brüderle, die 14 Jahre in Nepal lebte und verschiedene soziale Projekte leitete, setzt sich selbst für das Ziel des Vereins ein: Hilfe zur Selbsthilfe. Auf diese Weise möchten sie den Menschen vor Ort die Möglichkeit geben, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Das Engagement des Vereins hat ihm 2019 eine Auszeichnung für zehn Jahre Arbeit eingebracht, die als Ansporn für weitere Projekte gesehen wird, so Om Shivom Nepal.

Die Herausforderungen vor Ort

Nepal kämpft mit zahlreichen sozialen Problemen. Armut, Unterernährung und mangelnder Zugang zu Bildung sind Herausforderungen, die viele Familien betreffen. Laut Kindernothilfe sind es vor allem Kinder, die in dieser Situation leiden müssen. Oft sind sie gezwungen, zum Familieneinkommen beizutragen, was häufig zu Schulversäumnissen führt und ihre Zukunftschancen erheblich beeinträchtigt. Schlimmer noch ist die weit verbreitete Kinderarbeit, besonders in Ziegelfabriken, wo sogar sehr junge Kinder arbeiten müssen.

Das Engagement von Om Shivom Nepal geht über die Unterstützung von Waisenkindern hinaus. Der Verein verteilt „Überlebenspakete“ mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln und engagiert sich in Schulprojekten, um die Bildungschancen der Kinder zu verbessern. Gründungsmitglied Heidi Moser, die als Patin fungiert, setzt sich direkt für die Ausbildung eines Kindes aus dem Kinderhaus ein. Bisher haben alle ehemaligen Kinder des Hauses eine Ausbildung oder einen Job gefunden, was Hoffnung für die Zukunft gibt.

Der Weg zur Selbsthilfe

Ein besonderer Fokus des Vereins liegt auf der Stärkung der Eigenverantwortung der Menschen vor Ort. Hierzu gehört eine kritische Prüfung der Projekte vor Ort, bei der einheimische Berater einbezogen werden. Dies stellt sicher, dass die ethischen und moralischen Grundsätze der Bevölkerung berücksichtigt werden, bevor Entscheidungen getroffen werden. So wird den Menschen die Möglichkeit gegeben, ihre Lebensbedingungen selbst zu verbessern.

Die Herausforderungen in den ländlichen Gemeinden Nepals sind vielfältig: Neben unzureichender medizinischer Versorgung gibt es oft auch keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und besseren Sanitäranlagen, was das Leben der Menschen zusätzlich erschwert. Der Verein hilft mit gezielten Maßnahmen nicht nur den Kindern, sondern auch benachteiligten Frauen, die lernen, ihre landwirtschaftlichen Erträge zu steigern oder zusätzliche Einkommensquellen zu erschließen.

Brüderle, die aus gesundheitlichen Gründen nach Deutschland zurückgekehrt ist, hält dennoch regelmäßigen Kontakt zu Nepal, um sicherzustellen, dass die Spenden sinnvoll eingesetzt werden. „Wir suchen nach jungen Menschen, die unser Engagement fortführen können“, betont sie und richtet einen Aufruf an die Nachfolgegenerationen.

Insgesamt zeigt sich, dass die Initiativen des Nepalvereins Weil am Rhein sowohl den Kindern als auch dem gesamten sozialen Gefüge in Nepal zugutekommen. Die Arbeit erfordert viel Einsatz, doch die ersten Erfolge sind vielversprechend.