Die Bäume tragen keine Früchte mehr, wenn es um Preise geht! Der Kakaopreis, der in den vergangenen Jahren durch die Decke ging, hat jetzt eine überraschende Wende genommen. Im Frühjahr 2023 erreichte der Preis für Rohkakao schwindelerregende Höhen von über 10.000 Euro pro Tonne. Dies war vor allem bedingt durch Ernteausfälle in Westafrika, die durch Pflanzenkrankheiten und Extremwetter verursacht wurden, wie der Schwarzwälder Bote berichtet. Der Preis hat sich jedoch seitdem deutlich entspannt und lag Mitte Oktober 2025 unter 5.000 Euro, was dem Niveau von Anfang 2024 entspricht.

Die Preiskorrektur wird von Experten vorgenommen, die eine Überhitzung des Marktes festgestellt haben. Daraus resultierte auch ein Rückgang der Schokoladennachfrage in Deutschland um satte 20 % im August 2025. Schokoladenhersteller wie Mondelez reagierten auf die steigenden Kosten, indem sie die Preise erhöhten und die Tafeln von 100 auf 90 Gramm verkleinerten. Auch andere Unternehmen, darunter Ritter Sport, erwarten keine sofortige Preissenkung für die Verbraucher jeden Tag.  

Hohe Kosten belasten die Hersteller

Die Unternehmen verweisen auf weiterhin hohe Kosten für Personal, Energie und Transport. Barry Callebaut, ein großer Player in der Branche, zeigt sich optimistisch und rechnet mit einer Entspannung der Preise bis Ende 2026. Doch die Experten sind skeptisch: Eine schnelle Entlastung sei nicht zu erwarten, da Preisrückgänge bei Rohstoffen nicht automatisch an die Verbraucher weitergegeben werden. Außerdem bleibt Kakao wetteranfällig, und der Markt ist strukturellen Problemen ausgesetzt. Rund 70 % der weltweiten Kakaoernte stammt von Kleinbauern in Westafrika, was die Situation zusätzlich kompliziert macht.

In Ghana und der Elfenbeinküste wird der Abnahmepreis für Rohkakao sogar bereits vor der Ernte festgelegt. Das bedeutet, dass Veränderungen an den Börsen nur verzögert Auswirkungen auf die Verbraucherpreise haben. Die Vorweihnachtszeit steht vor der Tür, und Schokoladenprodukte sind inzwischen auch teurer geworden, wobei Schoko-Weihnachtsmänner bis zu 25 % mehr kosten als in den Jahren zuvor.

Ein Blick auf den Schokoladenkonsum

Der Schokoladenkonsum in Deutschland bleibt dabei nicht aus. Im Jahr 2024 verzehrte jeder Deutsche im Schnitt 9,5 Kilogramm Schokolade. Dieser Genuss hat allerdings seinen Preis: Eine Tafel sah sich im September 2025 um 75 % teurer als noch 2020, während die allgemeinen Lebensmittelpreise um 37 % stiegen. Das lässt die Herzen aller Schokoladenliebhaber schwerer werden.

In diesen turbulenten Zeiten bleibt abzuwarten, wie sich die Preise weiter entwickeln werden. Die Hoffnung auf festlich-schokoladige Weihnachten könnte möglicherweise mit ein paar bitteren Kosten verbunden sein. Dennoch ist die Sehnsucht nach einer schokoladigen Auszeit niemals ganz verloren.