In der malerischen Umgebung von Lahr fand gestern eine Radtour statt, die von der Grünen Fraktion organisiert wurde. Rund 15 engagierte Radler folgten der Einladung, um gemeinsam die Gegebenheiten und Herausforderungen für den Radverkehr in der Region zu erkunden. Angeführt wurde die Tour von Markus Himmelsbach, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen in Seelbach, während Hermino Katzenstein, der Landtagsabgeordnete und Sprecher für Fuß- und Radverkehr, ebenfalls seine Sichtweise zur Verbesserung der Radinfrastruktur teilte.

Martin Stehr, der Leiter der Abteilung Mobilität und Verkehr der Stadt Lahr, lieferte eine Einführung zur aktuellen Situation. Der Stadtteil hat einen hohen Zweiradverkehr, vor allem auf der Schwarzwald- und Lotzbeckstraße. Besonders beliebt sind die abschließbaren Radboxen am Bahnhof, für die allerdings eine Warteliste existiert. Ein konkreter Wunsch von Stehr wäre die Errichtung eines Fahrradparkhauses mit Tiefgarage, doch dieses Projekt kann erst nach der Sanierung der Rheintalbahn realisiert werden.

Herausforderungen für Radfahrer

Während der Radtour erläuterte Katzenstein verschiedene Bedenken bezüglich der bestehenden Radwege. Besonders die schmalen Schutzstreifen für Radfahrer, die den Mindestabstand zu Autos beeinträchtigen, standen im Fokus. Der Weg vom Nestler-Carée bis zur Max-Planck-Straße wurde als problematisch beschrieben, vor allem an der stark befahrenen Bundesstraße. Auch der Sanierungsbedarf der Radwege, wie am Rewe, ist unübersehbar, besonders angesichts verschärfter Arbeitsschutzrichtlinien.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Brücke über die Schutter, die aufgrund eines rutschigen Belags als gefährlich gilt. Stehr wünscht sich eine schnellere Förderung des Radverkehrs und kündigte geplante Projekte wie die Umgestaltung am Rosenweg und eine Fahrradstraße über die Willy-Brandt-Straße an. Es gab auch eine Diskussion über mögliche Umleitungen für Radfahrer während der Brückensanierung am Wirtschaftsweg Hexenmatt.

Elterntaxi und Sicherheit auf den Radwegen

Ein interessantes Thema, das während der Tour angesprochen wurde, war das sogenannte „Elterntaxi“. Hier wird eine Schulstraße empfohlen, um die Sicherheit der Kinder zu erhöhen. Auch das Laub auf den Radstreifen stellte sich als Gefahrenquelle bei Nässe heraus, während die positive Beleuchtung auf Teilen des Radwegs durchaus geschätzt wurde.

Katzenstein zeigte sich optimistisch und sicherte Unterstützung für einen potenziellen Radweg parallel zur L102 hinter Seelbach zu. Seit 2016 ist er Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg und Vorsitzender der Bundeshauptversammlung des ADFC, was seinem Engagement für die Radfahrer in der Region zusätzliche Glaubwürdigkeit verleiht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass zwar viele positive Ansätze zur Verbesserung der Radinfrastruktur in Lahr vorhanden sind, aber auch dringender Handlungsbedarf besteht. Es bleibt abzuwarten, wie schnell die gewünschten Fortschritte umgesetzt werden können.