Die Windkraft in Deutschland hat im Jahr 2025, trotz eines umfangreichen Ausbaus, einen Rückgang in der Stromproduktion erlebt. Laut einem Bericht des Schwarzwälder Bote lag die Windstromerzeugung bei 132,6 Terawattstunden (TWh) – ein Rückgang im Vergleich zu 138,3 TWh im Jahr 2024. Insgesamt wurden im Jahr 2025 437,6 TWh Strom aus allen Erzeugungsarten generiert. Der Grund für diesen Rückgang sind ungünstige Wetterbedingungen, insbesondere ein Mangel an Wind an Land. Während 2023 das stärkste Windjahr seit über zwei Jahrzehnten war und 2024 im langjährigen Durchschnitt lag, zeigt sich hier, wie stark die Energieproduktion von den natürlichen Gegebenheiten abhängt.
Besonders positiv ist jedoch die Offshore-Windenergie zu betrachten. So wurden von der Nordsee 20,8 TWh an Land übertragen, was dem Vorjahreswert entspricht und den Jahresbedarf von etwa 6,5 Millionen Haushalten decken könnte. Zudem erzeugten sechs Meereswindparks in der Ostsee 5,4 TWh Strom, was einen Anstieg von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt und den Stromverbrauch der Großstadt Leipzig und ihres Umlands abdecken könnte.
Strategische Entwicklungen in der Windkraft
Beim Nordsee-Gipfel 2023 wurde ein ehrgeiziger Plan vorgestellt, die Nordsee bis 2050 auf bis zu 300 Gigawatt Leistung auszubauen. Deutschland und andere Anrainerstaaten setzen darauf, die Nordsee zum größten Drehkreuz für saubere Energie zu entwickeln. Es wurde eine Einigung erzielt, bis zu 100 Gigawatt Leistung grenzüberschreitend zu vernetzen, wobei Deutschland 25,1 Prozent von Tennet Germany übernehmen wird, was eine Investition von rund 3,3 Milliarden Euro erfordert. Tennet Germany ist einer der größten Offshore-Übertragungsnetzbetreiber und wird eine Schlüsselrolle in diesem Vorhaben spielen.
Die Branche hat sich zudem verpflichtet, die Gesamtkosten für die Stromerzeugung bis 2040 um 30 Prozent zu senken und bis 2030 9,5 Milliarden Euro in neue Produktionskapazitäten zu investieren. Dies könnte rund 91.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Aktuell können etwa 32 Millionen Haushalte aus Offshore-Windenergie versorgt werden; bei einer Kapazität von 300 Gigawatt im Jahr 2050 könnten es sogar über 330 Millionen sein. Diese Zielsetzungen wurden beim Nordsee-Gipfel in Hamburg am Montag beschlossen, wo der Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Chancen der Nordsee für die Energieversorgung hervorhob.
Herausforderungen und Ausblick
Dennoch stehen dem Ausbau von Offshore-Windkraft einige Herausforderungen gegenüber. Witterungsbedingungen wie Schnee und Eis haben nicht nur den Ablauf des Gipfels beeinträchtigt, sondern auch den allgemeinen Ausbau ins Stocken gebracht. Finanzielle Risiken und unzureichende Kapazitäten stellen ebenfalls Hindernisse dar. Laut einem Bericht der Offshore-Stiftung sieht das Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) vor, bis 2030 mindestens 30 Gigawatt installierte Leistung zu erreichen, mit weiteren Ausbauzielen bis 2045.
Um die künftigen Herausforderungen zu bewältigen, ist eine bessere Koordination und Kooperation zwischen den Anrainerstaaten der Nordsee erforderlich. Die Vereinbarung zur „Bornholm Energy Island“ zwischen Deutschland und Dänemark könnte hierbei eine Schlüsselrolle spielen, indem sie Offshore-Windstrom nach Deutschland und Dänemark leitet. Auch der Netzbetreiber „National Grid Ventures“ plant eine Verbindung deutscher und britischer Offshore-Windparks, um die Energieversorgung weiter zu optimieren.
Insgesamt zeigt sich, dass die Windkraft in Deutschland, trotz der aktuellen Rückschläge, eine zentrale Rolle in der zukünftigen Energieversorgung spielen wird. Der Weg dorthin ist jedoch mit Herausforderungen gepflastert, die es zu meistern gilt.