Im Landkreis Calw im Nordschwarzwald sorgte ein tragischer Vorfall kurz vor Weihnachten für Aufsehen. Zwei tote Schafe und ein verletztes Schaf, das erlöst werden musste, wurden am 23. Dezember in der Gemeinde Egenhausen gemeldet. Eine Untersuchung am Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik bestätigte, dass ein Wolf der Verursacher ist. Diese Ergebnisse wurden sowohl von der Stuttgarter Nachrichten als auch von der Allgäuer Zeitung berichtet.

Die Untersuchung der Proben ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Es besteht die Möglichkeit, dass ein konkretes Individuum identifiziert werden kann, wofür allerdings bis zu zwei Wochen Zeit benötigt wird. Interessanterweise kann ausgeschlossen werden, dass der Wolf, der in Egenhausen die Schafe gerissen hat, der Wolf von der Hornisgrinde ist. Dieser trägt einen anderen Haplotyp, einen genetischen Marker, und stellt somit ein separates Individuum dar.

Der Wolf auf der Hornisgrinde

Der Wolf von der Hornisgrinde hat in letzter Zeit für Besorgnis gesorgt, da er sich zu häufig Menschen genähert hat. Aus diesem Grund soll er geschossen werden. Neben diesem Wolf gibt es in Baden-Württemberg drei weitere sesshafte Wölfe, die in verschiedenen Gebieten leben. Die Situation verdeutlicht die Herausforderungen, die mit der Rückkehr des Wolfes in die deutschen Wälder verbunden sind.

Wölfe in Deutschland und ihre Überwachung

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) spielt eine bedeutende Rolle in der Überwachung und Beratung bezüglich wildlebender Wölfe in Deutschland. Sie fasst Daten zum Wolfsvorkommen zusammen und stellt Informationen im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz bereit. Jährlich werden Wölfe in verschiedenen Rudeln mit Halsbandsendern ausgestattet, um Daten zur Raumnutzung zu sammeln. Diese Maßnahmen ergänzen das herkömmliche Wolfsmonitoring, insbesondere in Regionen wie der sächsischen Oberlausitz, wo der Wolfsbestand gewachsen ist.

In den vergangenen Jahren wurden auch neue Wolfsterritorien bestätigt, wie das „Altenburg“-Territorium im Altenburger Land, das mindestens zwei zusammenziehende Tiere beherbergt. Im Vogtland wurde das erste amtlich bestätigte Wolfsrudel dokumentiert, was zeigt, dass sich die Population in Deutschland stabilisiert und sogar wächst.

Um ähnliche Vorfälle wie den in Egenhausen zu verhindern, gibt es in Deutschland klare Handlungsempfehlungen für den Umgang mit auffälligen Wölfen. Diese Empfehlungen sind besonders wichtig, da sie dazu beitragen sollen, den Konflikt zwischen Mensch und Tier zu minimieren und die Akzeptanz für die Rückkehr des Wolfes zu fördern.

Die Rückkehr des Wolfes in die deutschen Wälder ist ein spannendes, aber auch herausforderndes Thema. Es bleibt zu hoffen, dass durch gezielte Maßnahmen und eine fundierte Forschung eine Balance zwischen Naturschutz und den Interessen der Landwirtschaft gefunden werden kann.