In einem erschütternden Vorfall in Nordthailand sind in den letzten Wochen 72 Tiger in privaten Anlagen des Tiger Kingdom in der Provinz Chiang Mai aufgrund eines Virusausbruchs gestorben. Dies stellt das größte dokumentierte Massensterben in einer solchen Einrichtung in Thailand dar. Die betroffenen Tiger lebten in einem Park, in dem insgesamt 246 Tiere gehalten wurden. Die Todesfälle ereigneten sich innerhalb weniger Wochen, wobei die letzten Tiger bis zum 18. Februar verstarben. Experten vermuten, dass kontaminiertes Futter, insbesondere rohes Hühnerfleisch, für den Ausbruch verantwortlich sein könnte. Die Erkrankung breitete sich seit Anfang Februar in mehreren Gehegen aus und führte zur Schließung der Anlagen für 14 Tage unter Quarantäne.
Die genauen Umstände des Ausbruchs sind noch unklar. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Felinen Parvovirus (FPV) im Spiel sein könnte, während auch das Canine Staupevirus (CDV) als mögliche Ursache in Betracht gezogen wird. Gesundheitsbehörden überwachen über 100 Personen, die in engem Kontakt mit den Tigern standen, jedoch wurden bisher keine Krankheitssymptome festgestellt. Offiziell heißt es, dass die nachgewiesenen Infektionen nicht auf Menschen übertragbar sind. Dennoch warnen Experten, dass sich Erreger in Einrichtungen mit hoher Tierdichte schnell ausbreiten können, was durch die mögliche Inzucht, die das Immunsystem der Tiger geschwächt haben könnte, zusätzlich erschwert wird.
Kritik an den Bedingungen in Tiger-Erlebnisparks
Die Vorfälle in Chiang Mai haben erneut die Aufmerksamkeit auf die Bedingungen in Tiger-Erlebnisparks gelenkt. Tierschützer kritisieren diese Einrichtungen scharf und fordern deren Schließung. Die Möglichkeit für Touristen, die Tiger zu streicheln und Fotos mit ihnen zu machen, wird als problematisch angesehen, da solche Praktiken die Gesundheit der Tiere gefährden können. Die hohen Todeszahlen im Tiger Kingdom haben an die Geschehnisse im Oktober 2004 erinnert, als in einem ähnlichen Ausbruch im Sriracha-Tigerzoo 144 von 441 Tigern starben oder eingeschläfert werden mussten. Kritsayarm Kongsatri, Direktor der Naturschutzbehörde in Chiang Mai, bezeichnete die hohe Todeszahl als ungewöhnlich und betonte die Notwendigkeit, solche Ausbrüche durch gründliche Säuberungen der Gehege und Impfungen einzudämmen.
Die Situation in Thailand wirft grundlegende Fragen zur Tierhaltung und dem Schutz von Wildtieren auf. In den letzten Jahren gab es immer wieder Berichte über Ausbrüche von Krankheiten in Tigerparks, die häufig als Touristenattraktionen fungieren. Der Tiger Kingdom Park, der seit dem 8. Februar vorübergehend geschlossen ist, steht nun unter intensiver Beobachtung. Weitere Informationen zu diesem Vorfall sind auch in einem Artikel auf Spiegel Online zu finden.
Die Entwicklungen in den Tigeranlagen sind ein eindringliches Beispiel für die Herausforderungen, die bei der Haltung und Pflege von Wildtieren in Gefangenschaft auftreten können. Es bleibt zu hoffen, dass aus diesem Vorfall Lehren gezogen werden, um die Gesundheit und das Wohlergehen dieser majestätischen Tiere in Zukunft besser zu schützen.
Für weiterführende Informationen und Details zu den Ereignissen in Chiang Mai, besuchen Sie auch den Artikel auf n-tv.