Am Sonntag, dem 10. Februar 2026, ereignete sich ein beunruhigender Vorfall in einem Zug von Stuttgart nach Crailsheim im Kreis Schwäbisch Hall. Ein 21-jähriger Mann wurde ohne gültigen Fahrschein erwischt, woraufhin die 42-jährige Zugbegleiterin seine Identität überprüfen wollte. Dies führte zu einem aggressiven Verhalten des Tatverdächtigen, der die Zugbegleiterin zunächst mit einem Bespucken am Bein beleidigte und anschließend versuchte, sie mit einer Flasche zu attackieren. Nach dem Angriff flüchtete der Tatverdächtige, während die Bundespolizei Ermittlungen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung aufnahm. Dieser Vorfall folgt auf einen tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in der Vorwoche und wirft ein Schlaglicht auf die aktuelle Diskussion über die Sicherheit von Zugpersonal und Fahrgästen in Deutschland. Weitere Informationen zu diesem Vorfall finden Sie in einem Artikel von Tagesschau.
Die Gewalt gegen Bahnmitarbeiter ist kein Einzelfall. Gewaltforscher Jonas Rees hebt hervor, dass Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe während Ticketkontrollen für viele Bahnmitarbeiter zum Alltag gehören. Im vergangenen Jahr wurden 2.987 Bahnmitarbeiter Opfer von Straftaten, was im Durchschnitt fünf körperliche Angriffe und vier Bedrohungen pro Tag ausmacht. Angesichts eines tödlichen Angriffs auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz am Montag sind die Menschen in der Branche schockiert. Fahrgäste in Landstuhl beteiligten sich an einer bundesweiten Schweigeminute und legten weiße Rosen nieder, um dem 36-jährigen Serkan C. zu gedenken. Die Forderung nach besseren Schutzmaßnahmen für Zugpersonal wird lauter, und viele sehen die Notwendigkeit von Veränderungen. Diese Informationen stammen aus einem Artikel von ZDF.
Die Lage im öffentlichen Verkehr
Ein Blick auf die Situation im öffentlichen Nah- und Fernverkehr zeigt, dass Angriffe auf Beschäftigte zunehmend an der Tagesordnung sind. Der dbb beamtenbund und tarifunion sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) haben eine Studie in Auftrag gegeben, die das Ausmaß von Gewalt gegen Beschäftigte im Verkehrsbereich untersuchen soll. Diese wissenschaftliche Grundlage wird helfen, nachhaltige Strategien zum Umgang mit Gewalt im Verkehrsbereich zu entwickeln. Die Studie orientiert sich an einer Untersuchung des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI), die sich mit Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes beschäftigt. Die Ergebnisse könnten auch Vergleiche mit anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes ermöglichen. Weitere Details sind in einem Bericht von ver.di zu finden.
Die wiederholten Vorfälle in den Zügen verdeutlichen die Notwendigkeit, die Sicherheit für das Zugpersonal zu verbessern. Experten betonen, dass es keine einfache Lösung zur Verhinderung von Gewalttaten gibt. Maßnahmen wie Bodycams sind zwar nachvollziehbar, jedoch zeigen Studien, dass sie impulsive Straftaten nicht verhindern können. Es wird empfohlen, Notrufsäulen und abschließbare Rückzugsräume in Zügen einzuführen. Zudem könnte eine Erhöhung des Personalbestands die Belastung der Mitarbeiter verringern. Die öffentliche Diskussion über diese Themen wird in den kommenden Wochen und Monaten sicher an Intensität zunehmen.