Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) hat ein Herz für Busfahrer und ruft bis zum 31. Mai 2024 zur Wahl der „Busfahrerinnen und Busfahrer des Jahres“ auf. Dies ist die bereits 23. Auflage des Wettbewerbs, der Busfahrer würdigt, die sich durch besonderen Einsatz, Freundlichkeit und Professionalität auszeichnen. VVS-Geschäftsführer Jan Neidhardt hebt hervor, wie wichtig die Busfahrer für die Sicherheit und Zuverlässigkeit im Alltag der Fahrgäste sind. Ihre Leistungen verdienen ein besonderes Licht, da sie täglich für ein gutes Verkehrsangebot sorgen. Fahrgäste aus Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg, Rems-Murr und Stuttgart sind aufgefordert, ihre Vorschläge online auf vvs.de/busfahrer einzureichen.

Für die Nominierungen ist es wichtig, persönliche Kontaktdaten, Informationen zum Busunternehmen und zur Linie sowie eine Begründung für die Nominierung anzugeben. Zudem hat der VVS bereits viele bewegende Geschichten von Fahrgästen gesammelt, die zeigen, wie sehr sie die Mitarbeitenden im Nahverkehr schätzen. Zu gewinnen gibt es attraktive Preise wie ein iPhone 17, Tickets für Sportveranstaltungen, VVS-GruppenTagesTickets und Wanderbücher. Eine Jury aus Vertretern des VVS und regionaler Busunternehmen wird nach dem Einsendeschluss die Gewinner küren.

Ein weiteres Engagement für Busfahrer

<pNeben dem VVS sucht auch der Wettbewerb „LieblingsbusfahrerIn“ in seiner vierten Runde bis zum 31. Mai 2026 nach den Helden des Nahverkehrs. Dieser bundesweite Wettbewerb lädt Fahrgäste ein, ihre positiven Erlebnisse im Bus zu teilen und Fahrer:innen zu nominieren. Um die Sichtbarkeit und Wertschätzung der täglichen Leistung des Fahrpersonals zu erhöhen, werden die besten Einsendungen von einer Jury zu den TOP 30 ausgesucht. Die bundesweiten Sieger:innen werden am 15. Oktober 2026 in Berlin ausgezeichnet. Jörg Bruchertseifer hebt hervor, dass dieser Wettbewerb gerade in Zeiten unbesetzter Stellen im Verkehrssektor besonders wichtig ist, um dem Fahrpersonal ein „Danke“ zu sagen und deren wertvolle Arbeit in den Vordergrund zu rücken.

Herausforderungen im öffentlichen Verkehr

Doch trotz dieser anerkennenden Initiativen steht der öffentliche Personen- und Schienengüterverkehr vor einer großen Herausforderung: Ein massiver Personalbedarf macht sich bemerkbar, denn aktuell fehlen rund 20.000 Busfahrer und mindestens 3.000 Triebfahrzeugführer. Die Prognosen für die kommenden Jahre sind alarmierend: Bis 2030 könnte der Bedarf an Mitarbeitenden um bis zu 21% steigen, während Jahr für Jahr etwa 6.000 Mitarbeitende in den Ruhestand gehen. Ein hoher Altersdurchschnitt und eine zunehmende Fachkräftelücke bedrohen die Verlässlichkeit des öffentlichen Verkehrs. Die „Grosse Deutschland-Umfrage Fahrpersonal 2025“ befragte über 1.400 Beschäftigte und zeigte, dass die Branche mit einem eher schlechten Image zu kämpfen hat – Hauptkritikpunkte sind mangelnde Wertschätzung und schwierige Arbeitsbedingungen.

Die Mehrheit der befragten Fahrdienste ist männlich und zeigt, dass für viele Teilnehmer die Freude am Fahren und die Arbeitsplatzsicherheit ausschlaggebend für ihre Berufswahl waren. Gleichzeitig berichteten aber über die Hälfte der Befragten von einem negativen Bild der Branche, das vor allem durch Schwierigkeiten bei der Dienstplangestaltung und unattraktive Vergütungen geprägt wird. Viele wünschen sich daher Verbesserungen in diesen Bereichen, um die Attraktivität des Berufs zu erhöhen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Zusammenfassend zeigt sich, dass die Anerkennung und Wertschätzung für Busfahrer nicht nur gefeiert, sondern auch dringend gebraucht wird. Es ist Zeit, den Busfahrer:innen zu danken, die uns täglich sicher ans Ziel bringen.