In der vergangenen Woche fanden in Heidelberg bewegende Gedenkveranstaltungen statt, die an die Deportation von über 6.500 jüdischen Menschen nach Gurs im Oktober 1940 erinnerten. Der Gedenkakt, der im Mahnmal in der Schwanenteichanlage abgehalten wurde, zog zahlreiche Teilnehmer an, darunter Bürgermeisterin Stefanie Jansen und Rabbiner Janusz E. Pawelczyk-Kissin. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) und das Amt für Chancengleichheit organisierten die Veranstaltung, die auf die schrecklichen Ereignisse vor 85 Jahren aufmerksam machte. In einem eindringlichen Appell wies Bürgermeister Jürgen Odszuck darauf hin, wie wichtig das Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus ist. Der Verlust von über 6.500 jüdischen Menschen, darunter etwa 300 aus Heidelberg, ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Stadt und kann nicht in Vergessenheit geraten.[MRN News]
Zusätzlich zur Gedenkveranstaltung in Heidelberg fand auch ein bedeutendes Gedenken in der Pfalz statt. Am 22. und 23. Oktober 2025 wurden dort weitere Veranstaltungen abgehalten, um an die Deportation von jüdischen Familien zu erinnern. Eine der betroffenen Familien war die von Ida Löb aus Mutterstadt, die morgens in aller Frühe von der Polizei aufgefordert wurde, innerhalb einer Stunde die Wohnung zu verlassen. Sie durften lediglich 100 Reichsmark mitnehmen, bevor sie in alten Personenzügen in Richtung Gurs transportiert wurden. Solche grausamen Erfahrungen sind Teil der sogenannten „Wagner-Bürckel-Aktion“, die die erste Deportation ganzer jüdischer Familien aus dem deutschen Reichsgebiet markierte. Die Bedingungen im Lager Gurs waren verheerend, am besten lässt sich dieses grauenvoller Ort als die „Hölle von Gurs“ beschreiben, wo viele unter unmenschlichen Umständen zu leiden hatten und starben. Diese Tragödien verdeutlichen die Schwierigkeiten, mit denen die Erinnerungskultur konfrontiert ist, denn jede Biographie erzählt eine eigene, oft erschütternde Geschichte.[Tagesschau]
Kulturelle Initiativen und Erinnerungsarbeit
Die Gedenkveranstaltung in Heidelberg war nicht nur ein Mahnmal für die Vergangenheit, sondern auch eine Plattform für Schüler der Marie-Baum-Schule, die im Rahmen des Abraham-Pokals 2024/25 ihre Projekte präsentierten. Dies ist ein aktiver Beitrag zur Erinnerungskultur, der besonders bei der jüngeren Generation das Bewusstsein für die Schrecken der Vergangenheit schärfen soll. In diesem Jahr sollte die Theodor-Heuss-Realschule mit dem Abraham-Pokal ausgezeichnet werden – ein Zeichen dafür, dass Bildung und Erinnerung Hand in Hand gehen.[MRN News]
Seit der Einweihung des Mahnmals in Heidelberg im Jahr 2014 steht dieses als Mahnzeichen für die Deportationen, die von Gleis 1 des damaligen Hauptbahnhofs aus ihren Lauf nahmen. Die jährlich stattfindende Gedenkveranstaltung wird von der Arbeitsgemeinschaft zur Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs organisiert und trägt erheblich zur Aufrechterhaltung des Gedächtnisses bei. Auch der Runde Tisch gegen Rassismus unterstützt diese Bemühungen im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, da der Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus auch heute noch von großer Bedeutung ist.[MRN News]
Die Erinnerung an die Opfer der Deportationen und die Auseinandersetzung mit der Geschichte bleibt für die Gesellschaft von zentraler Wichtigkeit. Nur durch das Gedenken und das Engagement der Gemeinschaft kann sichergestellt werden, dass solche Verbrechen niemals wieder geschehen – im Hier und Jetzt, aber auch für die kommenden Generationen.