Die Heidelberger Druckmaschinen AG liefert spannende Nachrichten aus der Welt des Drucks, insbesondere aus Lateinamerika, wo das Unternehmen in jüngster Zeit starke Aufträge aus Brasilien verzeichnen konnte. Trotz der Herausforderungen eines schwierigen Marktumfeldes hat Heidelberg im Geschäftsjahr 2024/25 seine gesteckten Ziele erreicht. Der Umsatz belief sich auf etwa 2,280 Millionen Euro, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang darstellt, jedoch ein beachtlicher Erfolg in dieser Zeit ist. Die bereinigte EBITDA-Marge konnte stabil bei 7,1 Prozent gehalten werden.
Aktuell feiert der Hauptstandort in Wiesloch-Walldorf eine Weltpremiere unter nicht ganz einfachen Bedingungen. Heidelberg hat die Verantwortung für den Vertrieb, Service und die digitale Integration des Cartonmaster CX 145 in Eigenregie übernommen. Dies geschah, nachdem der Partner Manroland Sheetfed in ein Schutzschirmverfahren eingetreten ist. Der Cartonmaster wird auf der interpack in Düsseldorf, die vom 7. bis 13. Mai stattfindet, vorgestellt und verspricht mit einer Maschinenverfügbarkeit von 90 % und einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 600 Metern pro Minute hohe Leistungsfähigkeit.
Starker Auftragseingang und Wachstumsfaktoren
Besonders erfreulich ist der Auftragseingang, der im Gesamtjahr bei etwa 2,430 Milliarden Euro lag und damit einen Anstieg von rund 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Insbesondere in der Region Americas, wo der Auftragseingang im dritten Quartal um 17 % stieg, wird der boomende Verpackungsmarkt als wesentlicher Treiber des Wachstums betrachtet. Angetrieben durch eine steigende Kaufkraft und den Trend zu Kartonverpackungen, konnte Heidelberg auf der Expoprint in São Paulo Ende März ein Auftragsvolumen von über 30 Millionen Euro verbuchen, wovon etwa 80 % von brasilianischen Kunden stammten.
Die Verpackungslösungen machen mittlerweile rund 52 Prozent des Auftragseingangs im Gesamtjahr aus, was eine Wachstumsrate von etwa 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Der Verpackungsdruck wird als zukunftsträchtiges Geschäftsfeld angesehen, auch wenn erste nennenswerte Umsatzbeiträge aus diesem Bereich frühestens im zweiten Halbjahr 2026 erwartet werden. Die Margenbelastung ist unter anderem auf vorgezogene Investitionen in neue Geschäftsfelder zurückzuführen, sowie auf eine nachlassende Investitionsbereitschaft der Kunden, die durch geopolitische Unsicherheiten, wie den Iran-Konflikt, beeinflusst wird.
Marktentwicklung in Brasilien
Der brasilianische Akzidenzdruckmarkt zeigt sich ebenfalls dynamisch. Mit einer Marktgröße von geschätzten 17,55 Milliarden USD im Jahr 2024 wird ein Wachstum auf 20,88 Milliarden USD bis 2028 prognostiziert, was einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 3,64 % entspricht. Faktoren wie die steigende Nachfrage nach Werbematerialien und die Technologiedurchdringung treiben dieses Wachstum an. Heidelberger Druckmaschinen spielt dabei eine wichtige Rolle, insbesondere im Bereich der hochwertigen Verpackungen und Drucklösungen.
Zusätzlich wird erwartet, dass die bereinigte EBITDA-Marge auf bis zu 8 Prozent im Geschäftsjahr 2025/26 steigen wird, was die positive Entwicklung des Unternehmens unterstreicht. Die Messe China Print im Mai 2025 könnte dabei helfen, zusätzliche Auftragsimpulse zu generieren, denn China gehört zu den Top Drei-Märkten für Heidelberg.
Am 10. Juni 2025 wird der Jahresabschluss veröffentlicht, gefolgt von der Hauptversammlung am 23. Juli 2026. Die Zukunft von Heidelberger Druckmaschinen sieht vielversprechend aus, insbesondere im Kontext der wachsenden Märkte und der fortschreitenden technologischen Entwicklungen im Drucksektor.