In einer aufregenden Entscheidung für die Gemeinden Dossenheim und Schriesheim wurde am Sonntag über den Bau von Windkraftanlagen im Waldgebiet am Weißen Stein abgestimmt. Beide Kommunen haben sich mehrheitlich für den Windpark ausgesprochen und geben damit grünes Licht für die Fortsetzung der Planungen. Laut rnz.de stimmten in Dossenheim 60,23 % der Wähler für die Windkraftanlagen, während 39,77 % dagegen waren. In Schriesheim lagen die Zahlen bei 54,68 % pro und 45,32 % contra. Die Wahlbeteiligung war erfreulich hoch: In Dossenheim lag sie bei 58,62 % und in Schriesheim bei 56,77 %.

Die Bürgerentscheide waren notwendig, um die Planungen offiziell ins Rollen zu bringen. Dossenheims Bürgermeister David Faulhaber zeigte sich erfreut über das Ergebnis, während sein Amtskollege aus Schriesheim, Christoph Oeldorf, eine eher zurückhaltende Haltung einnahm, jedoch die Bedeutung der Entscheidung betonte. Das Ergebnis ermöglicht beiden Städten, in Vertragsverhandlungen mit dem Projektierer Pionext zu treten, was in der Vorfreude auf einen möglichen Windpark resultiert.

Der Windpark und seine Bedeutung

Der geplante Windpark sieht vier Windkraftanlagen vor, die gleichmäßig auf die beiden Kommunen verteilt sein werden. Dossenheim und Schriesheim erhoffen sich von diesem Projekt Pachteinnahmen und eine Beteiligung am Stromerlös, die potenziell mehrere Hunderttausend Euro pro Jahr betragen könnte. Die örtlichen Bürgerinitiativen, die gegen den Bau der Windräder mobil gemacht hatten, hatten den Bürgerentscheid initiiert. Sie befürchten Umweltschäden, insbesondere für Tiere und die örtlichen Wälder. Interessanterweise war die Fragestellung im Bürgerentscheid sprachlich so formuliert, dass ein „Ja“ gegen den Bau und ein „Nein“ für den Bau war, was zu Verwirrung führen konnte.

Die nächsten Schritte in diesem Prozess sind ebenfalls von großer Bedeutung. Nach den Pachtverträgen müssen artenschutzrechtliche Untersuchungen stattfinden. Das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises als Genehmigungsbehörde wird über den Bau der Anlagen entscheiden. Sollte alles gut gehen, könnte der Windpark in etwa fünf bis sechs Jahren seinen Betrieb aufnehmen.

Herausforderungen und Chancen

Natürlich gibt es auch Herausforderungen: Gegner des Projekts befürchten, dass der Bau der Windräder negative Auswirkungen auf die Umwelt hat. Ein zentraler Punkt in der Diskussion ist die Forderung der Bürgerinitiative Gegenwind, die einen Bau der Windkraftanlagen in der Ebene wünscht. Dies gestaltet sich jedoch als schwierig, da es Abstandsregeln gibt, die zu beachten sind.

Insgesamt zeigt der Ausgang dieser Bürgerentscheide den Wunsch der Gemeinden, auf erneuerbare Energien zu setzen und die lokale Wirtschaft zu stärken, während man zugleich die Natur im Auge behält. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich dieser Prozess weiterentwickeln wird und was die nächsten Schritte für Dossenheim und Schriesheim bringen.