Das Fußballteam des 1. FC Heidenheim kommt einfach nicht aus dem Tiefpunkt heraus. Nach einer weiteren Niederlage, dieses Mal mit 0:2 gegen den Hamburger SV, ist die Stimmung im Verein angespannt. Cheftrainer Frank Schmidt ließ sich einmal mehr zu einer deutlichen Ansage hinreißen. Bei der Analyse der Partie hob er hervor, dass es nicht an Möglichkeiten fehle, sondern an der erforderlichen Konsequenz im Abschluss. „Wir erarbeiten uns regelmäßig Chancen, doch das Umsetzen gereicht uns nicht“, erklärte Schmidt. Besonders ärgerlich war das Versagen berühmter Namen wie Marvin Pieringer und Mikkel Kaufmann, die vielversprechende Gelegenheiten verpassten: Pieringer vergab einen Kopfball aus vier Metern und Kaufmann scheiterte kurz vor Schluss aus fünf Metern. Budu Zivzivadze war sogar frei vor dem Tor, kam jedoch ebenfalls nicht zum Abschluss.

Schmidt nahm diese Offensivspieler in die Verantwortung und betonte, dass dringend an den Abschlussproblemen gearbeitet werden müsse. „Unsere Stürmer müssen ihre Chancen nutzen“, so der Trainer, der auffällig positive Akzente in Form von Stefan Schimmer lobte. Schimmer hatte es geschafft, sich eine Möglichkeit zu erarbeiten, musste jedoch mit ansehen, wie sein Treffer wegen einer hauchdünnen Abseitsentscheidung nicht anerkannt wurde. Es bleibt abzuwarten, ob er und seine Mitspieler ihre bisherigen Leistungen umsetzen können, um Heidenheim wieder in die Erfolgsspur zu bringen.

Kaderproblematik und schwache Liga

Heidenheim spielt in der Bundesliga zwar engagiert, doch der Fortschritt ist überschaubar. Vergleichbar mit Union Berlin wird der Klub als weniger potent wahrgenommen, und die Kaderplanung wird zunehmend als unzureichend abgestempelt. Der Verein hatte in der letzten Saison mit nur 29 Punkten gerade so den Klassenerhalt geschafft, und dies vor allem wegen der schwachen Leistungen anderer Mannschaften. Fans und Experten sind sich einig: Die Abgänge wichtiger Spieler wie Scienza wurden nicht ausreichend kompensiert.

Trainer Schmidt ist sichtlich angefressen und ratlos. Er musste feststellen, dass die eingeleitete Kaderpolitik, die auf Verkäufen basiert, ohne gleichwertige Neuzugänge nicht zukunftsfähig ist. Die Anzeichen dafür sind klar: Obwohl Heidenheim über einige Erfolge in der Conference League und gute Transferergebnisse stolz sein kann, ist der aktuelle Kader in der Wahrnehmung vieler als der schwächste der Liga eingestuft worden. Spieler wie Torwart Ramaj werden zwar als ordentliche Besetzung wahrgenommen, aber die Ausleihe eines Keepers wirft Fragen auf.

Schmidt und der Verein blicken bereits auf mögliche Wintertransfers, allerdings bleibt abzuwarten, welche Spieler von anderen Klubs gefischt werden können und ob diese einen echten Unterschied machen werden. In der aktuellen Lage sind Heidenheims Hoffnungen auf den Klassenerhalt stark darauf angewiesen, dass rivalisierende Teams wie Gladbach, Mainz und Augsburg weiterhin schwächeln, um sich eine Chance zu erarbeiten.

Dass Heidenheim in einer derart aussichtsreichen Liga steht, stellt die Verantwortlichen vor große Herausforderungen, die mit einem gezielten Fingerspitzengefühl gehandhabt werden müssen. Es bleibt spannend zu sehen, ob die Spieler die geforderten Leistungen bringen, um nicht erneut in Abstiegsgefahr zu geraten.

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