Die Vorweihnachtszeit liegt in der Luft und viele Schnäppchenjäger sind bereits auf der Suche nach dem besten Online-Angebot. Doch mit dem Kauf von Waren aus dem Ausland sollten Verbraucher:innen auf versteckte Kosten achten, warnt das Hauptzollamt Heilbronn. Besonders vor Weihnachten können beim Online-Shopping aus Nicht-EU-Ländern zusätzliche Gebühren anfallen, die die vermeintlichen Schnäppchen schnell unattraktiv machen.

„Überprüfen Sie vor einer Bestellung aus dem Internet, aus welchem Land der Online-Shop seine Waren versendet“, empfiehlt Marcel Schröder, Sprecher des Hauptzollamtes. Liegt das Herkunftsland außerhalb der EU, kann es leicht dazu kommen, dass bei der Einfuhr Zollkosten und Umsatzsteuer fällig werden, die den Kaufpreis ordentlich nach oben treiben.

Die versteckten Gebühren

Wie sieht das konkret aus? Bei Online-Bestellungen aus Drittländern wird eine Einfuhrumsatzsteuer fällig, die je nach Ware bei 19% für die meisten Produkte oder 7% für Lebensmittel und Bücher liegen kann. Diese Regelung gilt auch für Geschenksendungen bis zu einem Wert von 45 Euro, die abgabenfrei sind, solange keine verbotenen Artikel darin enthalten sind.

Der aktuelle Freibetrag liegt bei 150 Euro. Über diesem Wert können Zollgebühren von 0 bis 12% anfallen, abhängig von der Warengruppe und dem Ursprungsland der Ware. Ein weiterer Punkt ist dabei die zusätzliche Servicepauschale, die von Kurierdiensten für die Zollabwicklung erhoben wird, zum Beispiel bei der Deutschen Post, wo man aktuell mit 7,50 Euro rechnen muss.

Der drohende Wandel

Ein Blick in die zukünftige Regelung zeigt, dass ab 2026 die 150-Euro Freigrenze fallen könnte. Ziel dieser Maßnahme ist es, Wettbewerbsverzerrungen und Betrug zu bekämpfen. Verbraucherschützer begrüßen diesen Schritt, da oft Waren verschickt werden, die nicht den europäischen Standards entsprechen. Zu den möglichen Gefahren gehören gefälschte Produkte, die vom Zoll beschlagnahmt werden, ohne dass der Käufer sein Geld zurückerhält.

Der Handelsverband Deutschland vermutet, dass täglich etwa 400.000 Pakete von Anbietern wie Shein und Temu nach Deutschland geliefert werden. Dabei ist das Risiko nicht zu unterschätzen, gefälschte oder nicht konformitätsgetestete Waren zu erhalten, insbesondere aus Nicht-EU-Staaten.

Hilfreiche Tools

<pFür all jene, die beim Online-Shopping auf Nummer sicher gehen wollen, bietet der Zoll digitale Hilfen. Der Chatbot „TinA“ kann einfache Fragen zu Internetbestellungen und Paketlieferungen beantworten, während ein Abgabenrechner zur Berechnung von Zöllen und Einfuhrumsatzsteuer zur Verfügung steht. Wer richtig informiert einkauft, kann Überraschungen an der Tür vermeiden.

In der aktuellen Situation bleibt es wichtig, sich vor dem Kauf genau zu informieren. Schnäppchen aus dem Ausland können schnell teuer werden, wenn man nicht auf die entsprechenden Gebühren achtet. Ein Blick ins Impressum des Online-Shops könnte sich also als überaus nützlich erweisen.

Wer also sein Geld für Weihnachten clever einsetzen möchte, sollte einen Schritt halt machen und die Rahmenbedingungen für den Online-Einkauf genau unter die Lupe nehmen. Die besten Geschenke sind die, die nicht erst durch hohe Nachzahlungen zum Stolperstein werden!