In Heilbronn und Hohenlohe überschreitet das Thermometer erstmals die 20-Grad-Marke, und das hat weitreichende Folgen. Der Frühling klopft an die Tür und mit ihm beginnt die Pollenflug-Saison. Insbesondere die Pollen von Haselnuss und Erle machen jetzt den Allergikern das Leben schwer. Laufende Nasen und juckende Augen sind die unangenehmen Begleiter für viele Betroffene. Die Temperaturschwankungen in dieser Jahreszeit führen zu einer verstärkten Freisetzung von Pollen, die durch Winde über erstaunliche Strecken von bis zu 1000 Kilometern transportiert werden können. Allergiker sind besonders betroffen, da sie auf diese Pollen reagieren und Symptome wie Husten und Atembeschwerden entwickeln können.

Doch nicht nur die aktuelle Wetterlage sorgt für einen früheren Beginn der Pollensaison. Der Klimawandel hat einen entscheidenden Einfluss: Er verschiebt den Start der Pollensaison zunehmend nach vorne. In Deutschland sind schätzungsweise 20 bis 30 Millionen Menschen von allergischen Erkrankungen betroffen, und die Häufigkeit dieser Erkrankungen nimmt weltweit zu. Veränderungen im Lebensstil und der Umwelt werden als mögliche Ursachen hierfür diskutiert. Nach Hasel und Erle folgen in der Pollenflug-Saison die Esche und die Birke, die als stärkere Allergene gelten. Ab Mitte oder Ende April treten dann die Gräserpollen auf, gefolgt von Kräuterpollen im Spätsommer.

Tipps zur Minimierung von Allergiesymptomen

Wer unter einer Pollenallergie leidet, sollte versuchen, die Pollenexposition zu minimieren. Hierzu gehören einfache Maßnahmen wie das Schließen von Fenstern und das Waschen der Haare vor dem Schlafengehen. Zudem gibt es spezielle Medikamente wie Nasensprays, Augentropfen und Tabletten, die helfen können, die Symptome zu lindern. Eine gezielte Behandlung von Pollen-Allergien ist nach einem Allergietest möglich. Auch die Immuntherapie, auch bekannt als Hyposensibilisierung, kann eine langfristige Lösung bieten. Professor Karl-Christian Bergmann warnt jedoch vor der langfristigen Anwendung von abschwellenden Nasensprays und empfiehlt, bei Allergiesymptomen einen Arzt aufzusuchen, um mögliche Komplikationen wie Asthma zu vermeiden.

Eine weitere Herausforderung stellt die Ambrosia dar, eine Pflanze, die besonders starke allergische Reaktionen hervorrufen kann. Jeder kann zur Verringerung der Verbreitung dieser Pollen beitragen, indem er zum Beispiel auf Pflanzen mit hohem allergischen Potenzial im Garten oder auf dem Balkon verzichtet. Bei der Entdeckung von Ambrosia in Parks oder am Straßenrand sollte dies umgehend dem Umweltamt gemeldet werden. Um selbst Allergien zu vermeiden, ist es ratsam, beim Umgang mit Ambrosia Handschuhe zu tragen und bei blühender Pflanze einen Atemschutz zu verwenden.

Der Einfluss des Klimawandels auf Allergien

Die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Pollenflug sind komplex. Hitze, Luftverschmutzung und Trockenheit setzen Pflanzen unter Stress und verändern die Beschaffenheit der Pollen. Dies führt dazu, dass die Pollen allergener werden, was stärkere allergische Reaktionen und Sensibilisierung auslöst. Forschungsergebnisse zeigen, dass mit steigender CO2-Konzentration und höherer Luftverschmutzung auch das allergieauslösende Potenzial der Pollen zunimmt. Während die Schadstoffbelastung in Deutschland seit den 1990er Jahren sinkt, werden besonders in Großstädten und verkehrsreichen Gebieten weiterhin Grenzwerte überschritten.

Das Zentrum für Allergie und Umwelt (ZAUM) von Helmholtz Munich erforscht den Pollenflug intensiv. PollenScience.eu bietet tagesaktuelle Informationen zum Pollenflug und Rückblicke auf vergangene Jahre. Zukünftige Einschätzungen zeigen, dass die mittlere Jahrestemperatur in Deutschland steigt, was zunächst zu einer Zunahme der Birkenpollen führt. Allerdings könnte ab einer bestimmten Temperatur die Lebensbedingungen für Birken nicht mehr optimal sein, was zu einer Verringerung der Pollenbelastung in ursprünglichen Verbreitungszonen bis 2050 führen könnte. In höheren, kühleren Regionen wird die Pollenbelastung jedoch steigen, was das Allergierisiko für Menschen mit Heuschnupfen bis 2085 erheblich ansteigen lässt.

Die Pollenflug-Saison hat begonnen, und für viele Allergiker beginnt eine herausfordernde Zeit. Ein bewusster Umgang mit der Umwelt und eine frühzeitige ärztliche Beratung können helfen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Artikeln auf Stimme.de, AOK und Allergieinformationsdienst.