Die Temperaturen steigen und damit auch die Vorboten des Frühlings. Im Raum Heilbronn und Hohenlohe wird in diesem Jahr erstmals die 20 Grad-Marke überschritten, was den Beginn der Pollenflug-Saison einläutet. Der Duft von blühenden Haselnüssen und Erlen liegt in der Luft – und mit ihnen auch die Allergiegeplagten, die unter laufenden Nasen und juckenden Augen zu leiden haben. Laut Stimme ist der Klimawandel dafür verantwortlich, dass Allergiker nahezu in jedem Jahr früher mit Symptomen wie Husten und Atembeschwerden konfrontiert werden.
Die Temperaturveränderungen tragen zu einer verstärkten Freisetzung von Pollen bei, die dann durch Winde über große Distanzen, bis zu 1000 Kilometer, transportiert werden können. Es ist kein Geheimnis, dass die Zahl der allergischen Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten weltweit zugenommen hat. In Deutschland sind schätzungsweise 20 bis 30 Millionen Menschen betroffen, und dieser Trend ist unübersehbar mit Veränderungen in unserem Lebensstil und der Umwelt verbunden.
Klimawandel als Treiber
Die Verbindung zwischen Klimawandel und Pollenflug wird auch von der AOK unterstrichen. Lokales Handeln kann helfen: Jeder kann durch den Verzicht auf Pflanzen mit hohem allergischen Potenzial im eigenen Garten oder auf dem Balkon zur Reduzierung der Pollenausschüttung beitragen. Es wird empfohlen, bei der Gartenpflege vorsichtig mit Ambrosia umzugehen, einer Pflanze, die allergische Reaktionen hervorrufen kann. Dank stetiger Aufklärung sollten auch Funde von Ambrosia in Parks oder entlang von Straßen dem Umweltamt gemeldet werden.
Die aktuelle Forschung zeigt, dass Hitze, Luftverschmutzung und Trockenheit nicht nur den Pollenflug verstärken, sondern auch die Eigenschaften der Pollen selbst verändern. So wird laut Allergieinformationsdienst das allergene Potenzial mit steigenden CO2-Werten und klimabedingten Bränden erhöht, was die Wahrscheinlichkeit und Schwere allergischer Reaktionen verstärkt. Diese Veränderungen können zu häufigeren und stärkeren Asthmaanfällen führen, besonders in städtischen Gebieten, wo die Luftverschmutzung noch immer kritische Grenzwerte überschreitet.
Tipps für Allergiker
Für viele Allergiker beginnt die Zeit des Juckreizes und der Atemnot. Um die Symptome zu lindern, empfiehlt sich eine gezielte Behandlung. Nach einem Allergietest stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: von Nasensprays über Augentropfen bis hin zu Medikamenten, die die Beschwerden gezielt bekämpfen. Seriöse medizinische Fachleute raten auch zu einer Immuntherapie, die helfen kann, die Ursache der Allergie zu behandeln.
Ein guter Rat für Allergiker ist, die Pollenexposition so gering wie möglich zu halten. Wenn die Pollenzeit beginnt, sollten Fenster geschlossen und die Haare vor dem Schlafengehen gewaschen werden. Professor Karl-Christian Bergmann warnt zudem vor einer langfristigen Anwendung von abschwellenden Nasensprays, die langfristig mehr schaden als nützen können. Bei Symptomen wie Husten oder Atembeschwerden ist es ratsam, zeitnah einen Arzt aufzusuchen, um Komplikationen zu vermeiden.