Heilbronn, eine Stadt, die sich nicht nur durch ihre Lage am Neckar auszeichnet, hat in den letzten Jahren ein strenges Auge auf die Einhaltung von Ordnung und Sauberkeit geworfen. Laut dem Magazin „Spiegel“ (8/2026) hat die Stadt einen Strafenkatalog für Bagatelldelikte eingeführt, der nicht nur für Aufsehen sorgt, sondern auch für einige Diskussionen unter den Anwohnern. So wurde ein junger Afghane mit einem Bußgeld von 70 Euro belegt, weil er auf dem Marktplatz ausgespuckt hatte. Ähnlich erging es einer Frau, die eine Zigarettenkippe vor dem Ratskeller wegwarf und ebenfalls 70 Euro zahlen musste, zusätzlich zu der Pflicht, ihren Müll selbst aufzusammeln.
Im Jahr 2025 wurden durch den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) in Heilbronn insgesamt 739 Vergehen registriert. Der KOD hat sich als fester Bestandteil der städtischen Ordnung etabliert und wird von einigen Einwohnern sogar als „Klein-Singapur“ bezeichnet, was die strengen Maßnahmen gegen kleine Vergehen betrifft. Unter den festgestellten Vergehen waren 60 Fälle von Wildpinklern, die jeweils mit 140 Euro zur Kasse gebeten wurden, und 141 Fälle von Wildspucken. Besonders auffällig ist, dass der KOD in 535 Fällen das Wegwerfen von Zigarettenkippen ahndete, was fast 1,5 Mal pro Tag entspricht. Zudem mussten in drei Fällen Hundehalter für die Hinterlassenschaften ihrer Tiere jeweils 140 Euro zahlen. Auf alle Bußgeldbescheide kommt jedoch eine Zusatzgebühr von 28,50 Euro, was die Gesamtbelastung für die Betroffenen weiter erhöht.
Der Kommunale Ordnungsdienst in Heilbronn
Der KOD wurde im Juli 2012 gegründet und ist mit seinen Mitarbeitern, die in blauen Uniformen mit der Aufschrift „Polizeibehörde“ unterwegs sind, ein vertrauter Anblick in der Stadt. Er ersetzt nicht die Polizei, arbeitet jedoch eng mit ihr zusammen. Während die Polizei für die Verfolgung von Straftaten zuständig bleibt, konzentriert sich der KOD auf die Unterbindung von Ordnungsstörungen und die Erhöhung der Sicherheitslage in Heilbronn. Zu den Aufgaben gehören das Reagieren auf Beschwerden der Bevölkerung, die Stärkung des Sicherheitsempfindens im öffentlichen Raum sowie die Kontrolle von Pöbeleien, Lärmstörungen und Müllablagerungen.
Der KOD ist im gesamten Stadtgebiet aktiv, insbesondere in der Innenstadt, und hat auch nachts bis 24 Uhr sowie am Wochenende Dienst. Die enge Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Streetwork (KOS), das ebenfalls 2012 gegründet wurde, zielt darauf ab, „Straßenkarrieren“ zu vermeiden und sich um besonders gefährdete Gruppen zu kümmern. Die KOS-Mitarbeiter kümmern sich um Suchtkranke, Obdachlose und auffällige Jugendgruppen, um präventiv zu wirken.
Ein Blick auf die Statistiken
Die statistischen Erhebungen des KOD zeigen eine klare Tendenz: Die Anzahl der Ordnungswidrigkeiten steigt, was auf ein wachsendes Bewusstsein für öffentliche Ordnung hinweist. Ein Antrag nach dem Informationsfreiheitsgesetz, der Informationen über die Tätigkeiten des KOD im Bereich „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ anfordert, unterstreicht das Interesse an einer transparenten und nachvollziehbaren Handlungsweise. Dabei werden quantitative Tätigkeitsberichte über Streifendienste in der Innenstadt sowie Statistiken zu hoheitlichen Befugnissen, wie Platzverweisen und Identitätsfeststellungen, gewünscht.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Kommunale Ordnungsdienst in Heilbronn eine entscheidende Rolle für die Aufrechterhaltung der Ordnung spielt. Die strengen Maßnahmen und Bußgelder haben zwar ihre Kritiker, zeigen jedoch auch, dass die Stadt Heilbronn aktiv für ein sicheres und sauberes Stadtbild eintritt. Für weitere Informationen über die Arbeit des KOD und seine Aufgaben können Sie die offizielle Webseite der Stadt Heilbronn besuchen (Quelle) sowie den Bericht im Magazin „Spiegel“ einsehen (Quelle).