Im Landkreis Karlsruhe sorgt eine Welle von Einbrüchen für Besorgnis. In den letzten Tagen kam es zu insgesamt acht Einbrüchen in unterschiedlichen Gemeinden, wobei die Täter insbesondere die dunklen Abendstunden ausnutzten, um unbemerkt in Wohnhäuser einzudringen. Über das Wochenende wurden die ersten drei Einbrüche in Bad Schönborn-Mingolsheim verzeichnet, gefolgt von weiteren Vorfällen in Waghäusel und Rheinhausen.

Die Einbrüche begannen am Freitag im Paul-Hindemith-Ring, wo ein Täter über einen überstiegenen Zaun einbrach und die Terrassentür aufhebelte. Auch am Samstag war die Gegend nicht sicher: In einem weiteren Fall brach der Täter durch ein Küchenfenster ein und durchsuchte sämtliche Räume. Besonders dreist war der dritte Einbruch am Samstagabend, bei dem ein Kellerfenster aufgehebelt wurde. Der Gesamtschaden kann derzeit nicht beziffert werden.

Einbrüche im Überblick

Die Sammlung von Vorfällen setzt sich in Waghäusel fort. Hier wurde am Samstag in der Nördlichen Waldstraße ein Fenster aufgehebelt, und der Dieb entkam mit Schmuck, Kleidung, einer Handtasche und Goldmünzen. In Rheinhausen hingegen steht noch nicht fest, ob bei einem Einbruch über die Terrassentür etwas entwendet wurde. Zudem gab es bereits am Donnerstag drei Einbrüche in Bretten und Waghäusel, bei denen ebenfalls Schmuck und Bargeld gestohlen wurden.

Die örtliche Kriminalpolizei ermittelt in allen Fällen und nimmt Hinweise unter der Nummer 0721 666-5555 entgegen. Zudem wurde eine eindringliche Warnung ausgesprochen: Die Einbruchzahlen steigen vor allem in der dunklen Jahreszeit. Die Täter nutzen gezielt die schlechten Sichtverhältnisse und weniger gut einsehbare Gebäudeteile, um ihre Diebstähle durchzuführen.

Kriminalitätsentwicklung in der Region

Die aktuellen Vorfälle fallen in einen Kontext, der auch in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2024 dokumentiert ist. Im vergangenen Jahr registrierte das Polizeipräsidium Karlsruhe insgesamt 42.398 Straftaten, was einen Rückgang von 4,6 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Trotz des Rückgangs blieb die Zahl der Einbrüche nach wie vor hoch. Laut der Statistik stiegen die Wohnungseinbruchdiebstähle um über 20 %, viele davon blieben jedoch im Versuchsstadium. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote bei diesen Delikten mit 14,9 % vergleichsweise niedrig.

In Deutschland insgesamt wurden 2023 etwa 119.000 Einbrüche registriert, wobei die Aufklärungsquote alarmierend gering blieb. Die statistischen Erhebungen verdeutlichen, dass vor allem städtische Gebiete ein höheres Risiko für Einbrüche aufweisen. Hier sind besonders Bundesländer wie Bremen, Berlin und Hamburg auffällig hoch betroffen, während Bayern das niedrigste Risiko vorzuweisen hat.

Die Polizei rät: Fenster und Türen sollten stets geschlossen und Wertsachen an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Eine gute Beleuchtung rund um das Haus kann potenzielle Einbrecher abschrecken. Bei verdächtigen Beobachtungen sollte der Notruf 110 genutzt werden. Außerdem bietet die Polizei kostenlose Beratungen vor Ort an, um präventive Maßnahmen zur Einbruchssicherung zu besprechen.