Heute, am 7. März 2026, ist die Kunstinstallation „The Cage“ in der Evangelischen Stadtkirche am Marktplatz in Karlsruhe fast fertig. Der Künstler Fahar Al-Salih hat die Installation, bei der mehr als 500 traditionell handgefertigte Vogelkäfige einen begehbaren Raum bilden, bereits in Bagdad (2022), auf der art Karlsruhe (2023) und in Riad (2024) umgesetzt. Die letzten Käfige werden derzeit mit einer Hebebühne hoch oben angebracht, um die beeindruckende Höhe von 5 Metern und eine Länge von 8 Metern zu erreichen. Diese Installation wird nicht nur visuell beeindrucken, sondern auch zum Nachdenken anregen, indem sie die Nähe von Freiheit und Begrenzung thematisiert.

Die Käfige, die aus stabilen Palmenblättern von ärmeren Familien in Bagdad handgefertigt wurden, symbolisieren unterschiedliche Konzepte: Während einige Käfige offen sind und Hoffnung darstellen, laden andere dazu ein, sie zu betreten und Perspektiven zu wechseln. Bei dem Transport von 550 Käfigen von Bagdad nach Karlsruhe gab es eine spannende Anekdote. Der Sattelschlepper, der drei Wochen unterwegs war, sorgte bei den Zollbehörden für Verwirrung, die zunächst einen Drogentransport vermuteten. Al-Salih selbst finanzierte die Installation aus eigener Tasche, und die Käfige können für je 150 Euro verkauft werden, wobei die Hälfte des Erlöses an ein Hilfsprojekt geht, das von der Stadt Karlsruhe bestimmt wird.

Ein Raum für Dialog und Reflexion

Das Begleitprogramm zur Installation umfasst Konzerte, Talks, Workshops und thematische Gottesdienste. Pfarrerin Claudia Rauch, die ein Projekt für die Internationalen Wochen gegen Rassismus suchte, war von „The Cage“ begeistert und sah darin eine wertvolle Möglichkeit, Zeichen für Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichen Dialog zu setzen. Bereits zahlreiche Schulklassen haben sich für die Teilnahme angemeldet, und die Installation wird als ein Ort der Begegnung und des Austausches erlebt.

Al-Salih, der mittlerweile in Karlsruhe lebt, empfindet die Kirche als besonderen Ort für seine Installation. Kunst hat in diesem Kontext eine positive Wirkung auf das Zusammenleben und fördert das Wohlbefinden und die mentale Gesundheit. Besonders für Menschen, die sich in Prozessen des Loslassens, Ankommens und der Integration befinden, bietet Kunst Halt. Initiativen wie „Kunst Grenzenlos“ planen, solche Projekte bis 2025 weiter auszubauen, um neue Begegnungsräume zu schaffen und Brücken zwischen Kulturen und Perspektiven zu bauen.

Kunst als Teil des gesellschaftlichen Wandels

Die Installation „The Cage“ ist somit nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch ein Zeichen für gesellschaftliche Veränderungen und das Streben nach einem besseren Verständnis zwischen unterschiedlichen Kulturen. Durch die Verbindung von Kunst, Dialog und sozialen Themen wird ein Raum geschaffen, der zur Reflexion anregt und das Zusammenleben fördert. Die Besucher sind eingeladen, diesen Raum zu betreten und ihre eigenen Perspektiven zu hinterfragen.

Weitere Informationen zur Installation finden Sie auch auf der Webseite zur Kunstinstallation, sowie in einem umfassenden Artikel über die Hintergründe auf SWR Aktuell.