Am 2. Dezember 2025 hat Baden-Württemberg einen seiner prägenden Politiker verloren. Klaus von Trotha, der ehemalige Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, verstarb im Alter von 87 Jahren. Sein Tod wurde vom Wissenschaftsministerium in Stuttgart bestätigt. Mit seinem Engagement hat von Trotha nicht nur die Wissenschaftslandschaft des Landes beeinflusst, sondern auch Generationen von Studierenden geprägt.

In den 25 Jahren seiner politischen Karriere war von Trotha langjähriger Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Konstanz und von 1991 bis 2001 Mitglied des Landeskabinetts. Manuel Hagel, der CDU-Landesvorsitzende, brachte seine Trauer über den Verlust von Trotha zum Ausdruck und nannte ihn einen überzeugten Christdemokraten und Vordenker.CDU Baden-Württemberg berichtet, dass sein bleibendes Erbe die Bereiche Bildung, Wissenschaft und Kultur umfasst.

Ein Wegbereiter für Reformen

Klaus von Trotha hinterließ seine Fußstapfen insbesondere in der Hochschulpolitik. Er setzte sich für flachere Hierarchien innerhalb der Wissenschaft ein, um den Nachwuchsforschern frühzeitig die Möglichkeit zur Forschung zu geben. Dies war ein zentrales Anliegen während seiner Amtszeit als Minister. Gemeinsam mit Ministerpräsident Erwin Teufel initiierte er die Einrichtung einer Hochschulstrukturkommission, die eine umfassende Hochschulreform in Gang setzte, die darauf abzielte, Universitäten mehr Eigenständigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu ermöglichen.

Ein einschneidendes Ereignis während seiner Zeit war die Einführung von Langzeitstudiengebühren im Jahr 1998. Dies führte zu bundesweiten Diskussionen und Protesten unter den Studierenden. Ein weiterer Versuch von Trothas, Hochschulen mehr Freiheiten bei der Auswahl ihrer Studierenden zu geben, scheiterte jedoch. Die allgemeine Einführung von Studiengebühren wurde in vielen Bundesländern zwar später umgesetzt, jedoch auch bald wieder zurückgenommen, so der SWR.

Anerkennung und Vermächtnis

Klaus von Trotha war nicht nur ein aktiver Politiker, sondern auch in verschiedenen kulturellen Institutionen engagiert. Er war Präsident der Internationalen Hermann Hesse Gesellschaft und Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Schillerstiftung sowie Präsident des Landesverbands der Musikschulen, so n-tv. Für seine Verdienste wurde er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz und der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Mit dem Tod von Klaus von Trotha verliert Baden-Württemberg nicht nur einen hervorragenden politischen Gestalter, sondern auch einen passionierten Verfechter von Bildung, Wissenschaft und Kultur. Die CDU Baden-Württemberg bleibt in Dankbarkeit seinem Wirken verbunden und wird sein Vermächtnis in Ehren halten.