Die historische Altstadt von Konstanz am Bodensee ist ein lebendiges Zeugnis der Stadtgeschichte und birgt zahlreiche Schätze, die es zu entdecken gilt. Unter diesen Schätzen ragt das Haus „Zum goldenen Löwen“ in der Hohenhausgasse 3 heraus. Mit seiner turmartigen Bauform und den detaillierten Fassadenmalereien erzählt es Geschichten aus dem Mittelalter. Die erste schriftliche Erwähnung des Hauses geht auf das Jahr 1479 zurück, doch der Wohnturm wurde vermutlich bereits im 10. Jahrhundert erbaut. Er diente einst als Sitz bischöflicher Marktbeamter und als Ausguck- und Beobachtungsposten. Im 13. Jahrhundert wurde der Turm umgebaut und als Geschlechterturm genutzt. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Gebäude regelmäßig den Besitzer, was seine spannende Geschichte mit prägte.
Die Fassadenmalerei des „Zum goldenen Löwen“ zeigt Feldfrüchte, singende Putten und das Wappen des Vogts. Diese kunstvollen Darstellungen wurden zwischen 1580 und 1585 von dem Maler Jakob Memberger aufgetragen, nachdem das Haus von Stephan Wohlgemut von Rutburg aufgekauft wurde. Die Inspiration für die Malerei fand sich in Städten wie Augsburg, Schaffhausen und Stein am Rhein. Während das Stadtbild im Mittelalter von Wohntürmen geprägt war, sind heute in Konstanz nur noch zwei vollständig erhalten. Die Malerei des „Zum goldenen Löwen“ wäre beinahe verfallen, wurde jedoch 1938 mit einem neuartigen Verfahren konserviert. Eine umfassende Renovierung fand von 1959 bis 1965 statt, bei der die Malerei anhand kolorierter Fotografien rekonstruiert wurde. Weitere Details zu diesen historischen Begebenheiten finden Sie in einem Artikel des Südkuriers.
Kulturdenkmale in der Altstadt von Konstanz
Die Altstadt von Konstanz ist nicht nur für das Haus „Zum goldenen Löwen“ bekannt, sondern beherbergt zahlreiche weitere Bau- und Kunstdenkmale, die im „Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale und der zu prüfenden Objekte“ des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg verzeichnet sind. Diese Liste umfasst eine Vielzahl von Einzeldenkmalen, die das mittelalterliche Stadtensemble prägen. Die Altstadt erstreckt sich vom Rhein im Norden bis zur Vorstadt Stadelhofen im Süden und ist das bedeutendste mittelalterliche Stadtensemble in Baden-Württemberg. Ab dem 14. Jahrhundert wird Konstanz als Reichsstadt erwähnt, und im 19. Jahrhundert wurden viele historische Bauten abgerissen, was den Verlust von Teilen des kulturellen Erbes zur Folge hatte. Ein wichtiger Aspekt der Denkmalpflege in Konstanz ist es, dieses Erbe zu bewahren und die Bedeutung der Denkmale lebendig zu halten. Weitere Informationen zu den Kulturdenkmalen in dieser Region finden Sie auf Wikipedia.
Denkmalpflege und kulturelles Erbe
Die baulichen Zeugnisse einer Stadt sind nicht nur nostalgische Erinnerungen, sondern auch wichtige Indikatoren ihrer Geschichte. Die Erhaltung und Pflege des baulichen Erbes in Konstanz ist eine Aufgabe, die von einer kulturell verankerten Bürgergesellschaft getragen wird. Die Stadt hat eine reiche Vergangenheit, die von der spätantiken Festung Constantia über den Bischofssitz im Alten Reich bis hin zur Stadt des Konzils reicht. Wichtige bauliche Erben in Konstanz sind das Münster, die Altstadt, die gründerzeitlichen Wohnquartiere im Paradies sowie die großbürgerlichen Villen im Musikerviertel. Archäologische Zeugnisse in der Altstadt und darüber hinaus bilden ein „Archiv im Boden“, das die Geschichte der Stadt weiter erzählt. Die institutionelle Denkmalpflege hat die Aufgabe, das bauliche und kulturelle Erbe zu erhalten, das Wissen über Kulturdenkmale zu mehren und deren zeitgemäße Nutzung sicherzustellen. Diese Aspekte der Denkmalpflege sind entscheidend, um das kulturelle Erbe für zukünftige Generationen zu bewahren. Mehr zu diesem Thema finden Sie auf der Website der Stadt Konstanz unter Denkmalpflege Konstanz.





