Nach dreijähriger Pause geht das innovative Forschungsprojekt „Icarus“ endlich wieder an den Start. Am 28. November 2025 wurde ein Satellit mit einem leistungsfähigen Mini-Empfänger erfolgreich von einer SpaceX-Rakete in den Orbit katapultiert. Das Projekt, das unter der Federführung des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Konstanz steht, zielt darauf ab, die Wanderungen und Bewegungen von Tieren weltweit in nahezu Echtzeit zu überwachen. Das Besondere daran: Die gesammelten Daten stammen von winzigen Sendern, die auf Tieren wie Zugvögeln, Fledermäusen und Meeresschildkröten angebracht sind. Diese Sender können Signale aus 500 Kilometern Höhe empfangen. Meinka berichtet, dass es bis Mitte 2027 insgesamt sechs Satelliten geben soll, um ein umfangreiches Netzwerk zur Datenerfassung zu schaffen.
Wie der Prozess bisher verlief, ist alles andere als geradlinig. Der ursprüngliche Icarus-Satellit wurde 2020 auf der Internationalen Raumstation ISS in Betrieb genommen, doch die Zusammenarbeit mit den russischen Raumfahrtbehörden wurde nach Beginn des Ukraine-Kriegs eingestellt, was zu einem abrupten Stopp der Datenströme führte. Diese Entwicklung hat die Forscher dazu veranlasst, das Projekt neu auszurichten und eigene Satelliten zu nutzen, anstatt auf die ISS angewiesen zu sein. SRF weist darauf hin, dass der erste Versuch eines Satellitenstarts wegen technischer Probleme abgebrochen wurde, aber der aktuelle Erfolg lässt die Hoffnungen auf ein baldiges Weiterkommen steigen. Ab Frühling 2026 sollen die ersten Beobachtungen von Tierwanderungen erfolgen.
Einbindung neuer Technologien
Die neue Generation von Mini-Empfängern ist nicht nur leistungsfähiger, sondern auch vielseitiger einsetzbar. Einige der Sender wiegen gerade mal 1 Gramm und sind für verschiedene Tierarten, einschließlich kleiner Singvögel, geeignet, die zwischen 9 und 12 Gramm wiegen. Damit soll das Icarus-Projekt Daten von mindestens 100.000 mit Sendern ausgestatteten Tieren sammeln. Besonders interessant: Die neuen Satelliten werden in der Lage sein, Empfang aus bisher unerforschten Regionen wie der Arktis und Antarktis zu ermöglichen, was einen enormen Mehrwert für die Forschung bietet. WWF hebt hervor, dass solche Technologien nicht nur für die Tierforschung entscheidend sind, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten können.
„Icarus 2.0“ soll zukünftig effizienter arbeiten und eine schnellere Reaktion auf aktuelle Entwicklungen ermöglichen. Die Forscher sind optimistisch, dass die gesammelten Daten zu einem besseren Verständnis der Tierwanderungen und ihrer Lebensgewohnheiten führen werden. Dies könnte zahlreiche Erkenntnisse für den Naturschutz und den Erhalt bedrohter Arten bringen.
Insgesamt verheißt das Comeback des Icarus-Projektes vielversprechende Einblicke in das bewegte Leben der Tiere und deren Bedürfnisse in einer sich ständig verändernden Welt. Es bleibt abzuwarten, welche spannenden Erkenntnisse die kommenden Jahre bringen werden. Die Wiederbelebung von Icarus könnte ein richtiger Schachzug im Kampf um den Erhalt der Artenvielfalt sein.