Die Marienschlucht am Bodensee, ein beliebtes Ziel für Wanderer und Naturfreunde, wird im Frühjahr 2024 nach fast elf Jahren der Sperrung wiedereröffnet. Diese Sperrung wurde im Mai 2015 nach einem tragischen Erdrutsch verhängt, bei dem zwei Wanderer verschüttet wurden und eine Person ihr Leben verlor. Rund 100 Tonnen Erde und Gestein rutschten damals in die Schlucht, ausgelöst durch heftige Regenfälle. Seitdem warnen Schilder vor der akuten Lebensgefahr, dennoch ignorieren einige Wanderer diese Hinweise. Mehrere Rettungseinsätze, darunter ein weiterer tödlicher Vorfall im Mai 2018, verdeutlichen die Gefahren in diesem Gebiet.

Die Wiedereröffnung der Marienschlucht findet am 28. März 2024 statt und wird mit einem „Tag der offenen Schlucht“ gefeiert. An diesem besonderen Tag erwarten die Besucher Verpflegungsstationen, geführte Rundgänge und ein abwechslungsreiches Programm. Ein neuer Panoramasteg, der durch die Schlucht führt, umfasst 280 Stufen und fünf Aussichtsplattformen und überwindet einen Höhenunterschied von rund 56 Metern. Zusätzlich wurden ein neu gestalteter Infopfad sowie ein spezieller Kinderpfad eingerichtet, die informative Punkte über Tiere, Pflanzen, Geologie und die Geschichte der Region bieten. Das Kursschiff Großherzog Ludwig wird an der Anlegestelle am Fuße der Marienschlucht anlegen und so die Anreise für viele Besucher erleichtern.

Wanderwege und Sicherheit

Während die Marienschlucht selbst also bald wieder zugänglich ist, bleibt das Gebiet rund um die Schlucht weiterhin mit Vorsicht zu genießen. Die eigentliche Schlucht bleibt vorerst gesperrt, und die Wanderwege werden schrittweise freigegeben. Im Frühling 2022 wurden Pläne für den Neubau eines Stegs vorgestellt, der das Ufer mit dem höhergelegenen Wanderparkplatz und dem Eingang der Schlucht verbinden soll. Die Finanzierung dieses Millionenprojekts wurde politisch beschlossen und zeigt, wie wichtig die Sicherheit der Wanderer ist. Laut Polizei besteht im Bereich der gesperrten Marienschlucht nach wie vor akute Lebensgefahr, weshalb die Freigabe der Wege langsam verläuft.

Aktuell sind nur ein Teil des Uferwegs und die Schiffslandestelle erreichbar. Vor dem Erdrutsch im Jahr 2015 führten schmale Stufen über dem Bach bis hinunter zum See, diese Wege sind jedoch ebenfalls seit 2015 gesperrt. Ein steiler Waldpfad führt von einem Parkplatz zur Ruine Kargegg, die 1525 von Bauern niedergebrannt wurde und nun langsam zerfällt. Die Ruine ist ein beliebtes Ziel für Geschichtsinteressierte, jedoch bleibt der Weg von dort hinab ins Felstal weiterhin gesperrt.

Natur und Freizeitgestaltung

Die Marienschlucht liegt am Steilufer des Bodensees, am südlichen Überlinger See, und bietet zahlreiche Möglichkeiten für Erholung in der Natur. Am See gibt es einen Kiosk, eine Feuerstelle, einen Badestrand und einen kleinen Steg, die insbesondere in den Sommermonaten einladend sind. Die Wiedereröffnung der Marienschlucht wird nicht nur die Wanderer erfreuen, sondern auch das gesamte touristische Umfeld der Region stärken, da sie ein wichtiger Teil der lokalen Freizeitgestaltung und ein Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher aus nah und fern ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Marienschlucht nach der langen Schließungsphase ein Zeichen der Hoffnung und Erneuerung darstellt. Die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung sind ein Beweis dafür, wie wichtig die Natur und die Sicherheit der Besucher sind. Die zukünftige Entwicklung des Wandergebietes wird sicher viele Menschen anziehen und das Bewusstsein für die Schönheit und die Gefahren der Natur schärfen. Für weitere Informationen zur Marienschlucht und den aktuellen Entwicklungen lohnt sich ein Blick auf die offiziellen Seiten hier und hier.