Die Landtagswahl in Baden-Württemberg steht vor der Tür und findet am 8. März 2026 statt. Nach über 15 Jahren als Ministerpräsident wird Winfried Kretschmann, der erste grüne Ministerpräsident des Landes, nicht mehr antreten. Unter seiner Führung hat sich die Koalition aus Grünen und CDU etabliert, doch nun stehen neue Gesichter bereit, um die politische Bühne zu betreten. Die beiden Hauptkandidaten für die Nachfolge sind Cem Özdemir von den Grünen und Manuel Hagel von der CDU.
Cem Özdemir, 60 Jahre alt, hat bereits als Bundesminister und Co-Bundesvorsitzender der Grünen gedient. Er setzt auf emissionsfreie Autos, weniger Bürokratie sowie einen stärkeren Fokus auf Kitas und Grundschulen. Auf der anderen Seite steht Manuel Hagel, 37 Jahre alt, der als Fraktions- und Landesvorsitzender der CDU ambitioniert plant, der jüngste Ministerpräsident Baden-Württembergs zu werden. Hagel möchte sich besonders um Wirtschaft, Sicherheit und Technologieoffenheit kümmern. In der aktuellen Umfrage vom 26. Februar 2026 führt die CDU mit 28 %, gefolgt von den Grünen mit 27 % und der AfD mit 18 %.
Wahlrecht und Wählerbeteiligung
Das Wahlrecht in Baden-Württemberg sieht vor, dass jeder Wähler zwei Stimmen hat – eine Erststimme für einen Kandidaten im Wahlkreis und eine Zweitstimme für eine Partei. Der Landtag hat mindestens 120 Sitze, derzeit sind es über 150 Abgeordnete. Eine Reform des Wahlrechts im Jahr 2022 erlaubt es, bereits ab 16 Jahren zu wählen. Dies wird sicherlich die Wählerbeteiligung unter jungen Menschen beeinflussen.
Für die Wahl sind umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden. Die Wahl wird öffentlich durchgeführt, und die Auszählung kann von den Wahlbeobachtern überwacht werden, um mögliche Betrugsversuche zu verhindern. Zudem wird das barrierefreie Wählen gewährleistet, um jedem Bürger, einschließlich Menschen mit Behinderungen, den Zugang zu Wahlräumen und Unterstützung zu ermöglichen.
Die Spitzenkandidaten im Überblick
- Cem Özdemir (Grüne): Ehemaliger Bundesminister, setzt auf umweltfreundliche Mobilität und Bildung.
- Manuel Hagel (CDU): Fraktions- und Landesvorsitzender, will die Wirtschaft stärken und Sicherheit gewährleisten.
- Andreas Stoch (SPD): Ehemaliger Kultusminister, kämpft für soziale Gerechtigkeit und bezahlbares Wohnen.
- Hans-Ulrich Rülke (FDP): Will Bürokratie abbauen und das Schulsystem reformieren.
- Markus Frohnmaier (AfD): Kritisiert Migration und fordert niedrigere Energiekosten; wird als extremistischer Verdachtsfall beobachtet.
- Die Linke: Mit Kim Sophie Bohnen, Mersedeh Ghazaei und Amelie Vollmer, die auf soziale Gerechtigkeit und kostenlose Bildung setzen.
Die Linke hat die Chance, erstmals in den Landtag einzuziehen, was die politische Landschaft in Baden-Württemberg weiter verändern könnte.
Ausblick und Wahl-O-Mat
Der Wahl-O-Mat wird am 9. Februar 2026 veröffentlicht und soll den Wählern helfen, sich einen Überblick über die Positionen der Parteien zu verschaffen. Die Wahlhelfer können sich bereits jetzt bei den Gemeinden melden, wobei etwa 80.000 Helfer benötigt werden, um einen reibungslosen Ablauf der Wahl zu gewährleisten. Anträge für die Briefwahl können bis zum 6. März 2026 gestellt werden, was vielen Wählern die Teilnahme erleichtern sollte.
Für alle Interessierten sind weitere Informationen zu den aktuellen Umfragen und den politischen Entwicklungen in Baden-Württemberg auf Spiegel Online zu finden. Die Landtagswahl verspricht, ein spannendes Ereignis zu werden, das die politische Zukunft Baden-Württembergs maßgeblich beeinflussen könnte.