In Lörrach steht ein bedeutendes Projekt zur Ganztagsbetreuung auf der Agenda. Der Ausbau des Obergeschosses der Albertusstraße 9 in Brombach, der bis zum Sommer 2027 abgeschlossen sein soll, wird dazu beitragen, den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen an der Hellbergschule zu decken. Die Stadt hat sich entschieden, in die Schaffung von 23 zusätzlichen Betreuungsplätzen zu investieren, um insgesamt etwa 45 Kinder zu betreuen. Die Kosten für diesen Umbau belaufen sich auf etwa 400.000 Euro für rund 72 Quadratmeter, wobei die hohen Ausgaben durch gestiegene Baupreise und strenge Auflagen für die Umnutzung eines ehemaligen Wohnhauses zu erklären sind.
Der Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) hat dem Projekt mit 8 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen zugestimmt. Trotz einiger Bedenken von Ratsmitgliedern hinsichtlich der hohen Baukosten und der Notwendigkeit bestimmter Maßnahmen, wird der Umbau als notwendig erachtet. Ab dem kommenden Schuljahr haben Eltern von Erstklässlern einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, was die Dringlichkeit des Projekts unterstreicht. Die bestehenden Räumlichkeiten an der Hellbergschule sind bereits jetzt nicht ausreichend, um den Anforderungen gerecht zu werden.
Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung
Mit dem „Gesetz zur ganztägigen Förderung und Betreuung von Kindern im Grundschulalter“ (GaFöG), das im Oktober 2021 von der Bundesregierung beschlossen wurde, tritt ab dem 16.07.2025 ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder in Kraft. Die stufenweise Einführung des Rechtsanspruchs beginnt im Schuljahr 2026/2027, beginnend mit der ersten Klassenstufe. Eltern können die Angebote nach eigenem Ermessen nutzen, was jedoch auch einen Anstieg der Anmeldezahlen zur Schulkindbetreuung um 10 bis 20 Prozent zur Folge haben wird.
Die Stadt Lörrach, die seit 2010 an allen Grundschulen Schulkindbetreuung anbietet und bereits 2014 mit der Umwandlung von Grundschulen in Ganztagsschulen begann, ist konzeptionell gut auf die bevorstehenden Veränderungen vorbereitet. Zwei Drittel der Grundschulen in Lörrach sind bereits Ganztagsgrundschulen. Dennoch stellt die räumliche Situation in den Grundschulen, die bislang im Halbtagsbetrieb arbeiten, eine Herausforderung dar. Um den zusätzlichen Raumbedarf zu decken, plant die Stadt Renovierungen, bauliche Erweiterungen oder Anmietungen von Räumen.
Finanzielle Unterstützung und Herausforderungen
Um das Projekt zur Ganztagsbetreuung zu realisieren, hat die Stadt Lörrach Fördergelder in Höhe von 140.000 Euro erhalten. Für die nächsten zwei Jahre sind jeweils 130.000 Euro an Eigenmitteln eingeplant. Die Gesamtkosten könnten jedoch um 30 Prozent nach oben oder unten variieren. Eine Analyse der Schulstandorte, die bauliche Maßnahmen benötigen, hat bereits stattgefunden, und die Hellbergschule gehört zu den betroffenen Einrichtungen. Die erste Grobkostenschätzung für alle erforderlichen Maßnahmen liegt bei etwa 1,86 Millionen Euro, mit einer Ungenauigkeit von plus/minus 50 Prozent.
Die Stadtverwaltung hat angekündigt, regelmäßig über den aktuellen Sachstand zu berichten und die entsprechenden Beschlüsse zu den Baumaßnahmen vorzulegen. Oberbürgermeister Jörg Lutz äußerte zudem den Wunsch nach mehr finanzieller Unterstützung von Bund und Land für die Umsetzung dieser notwendigen Maßnahmen. Der Bund hat ein Sondervermögen von 77 Millionen Euro für den Regierungsbezirk Freiburg eingerichtet, um die Länder und Kommunen bei der Schaffung von Ganztagsbetreuungsplätzen zu unterstützen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Stadt Lörrach auf dem richtigen Weg ist, um den neuen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zu erfüllen und den Bedürfnissen der Familien gerecht zu werden. Die Entwicklungen in diesem Bereich sind nicht nur für die Eltern und Kinder von Bedeutung, sondern auch für die gesamte Gemeinschaft, die von einer verbesserten Bildungsinfrastruktur profitieren kann. Für weitere Informationen zu diesem Thema, besuchen Sie bitte die offizielle Webseite der Stadt Lörrach hier.