In Hauingen, einem Stadtteil von Lörrach, gab es kürzlich einen besonderen Anlass zur Freude. Während der Jahreshauptversammlung des Männergesangvereins Hauingen wurde Klaus Rempfer zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Thorsten Schäfer, der Vorsitzende des Vereins, würdigte Rempfers unermüdlichen Einsatz für die Gemeinschaft. Seit 26 Jahren ist Rempfer aktiver Sänger, hat 17 Jahre als erster Vorstand und fünf Jahre als zweiter Vorstand gedient. Zudem bekleidet er seit zwölf Jahren das Amt des Vereinskassierers. Ein weiterer Höhepunkt der Versammlung war die Ehrung von Max Schwarzwälder, der für 70 Jahre aktive Mitgliedschaft eine Urkunde und ein Weinpräsent erhielt. Dazu gratulierte der Ortsvorsteher Günter Schlecht und hob die ehrenamtliche Arbeit des Vereins hervor. Klaus Rempfer und Walter Treftzer wurden in ihren Ämtern als Kassenführer und zweiter Vorstand bestätigt. Der Männergesangverein Hauingen wurde 1834 gegründet und zählt derzeit 55 Passivmitglieder sowie 23 aktive Sänger.
Die Proben des Vereins finden jeden Mittwochabend im Sängerkeller der Hauinger Grundschule statt, wobei der durchschnittliche Probenbesuch über 83 Prozent liegt. Interessierte Sänger sind herzlich eingeladen, projektbezogen für das nächste Konzert am 18. Oktober vorbeizuschauen. Darüber hinaus plant der Verein in diesem Jahr mehrere Veranstaltungen, darunter das traditionelle 1. Mai-Fest sowie das Sängerhoffest am 26. und 27. September im „Ludin-Schopf“ neben dem Hauinger Rathaus. In der Vergangenheit trat der Männergesangverein bei verschiedenen Anlässen auf, so auch beim 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr und beim Advents-Kirchen-Konzert am 21. Dezember 2025. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Quelle.
Gemeindeleben und gesellschaftliche Verantwortung
Der Männergesangverein Hauingen ist nicht nur ein Ort für musikalische Betätigung, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens in der Gemeinde. Die evangelische Kirche in Hauingen, die sich als „Kirche für das Dorf“ versteht, fördert ein aktives Gemeindeleben und lädt die Bewohner ein, sich an Gottesdiensten und Veranstaltungen zu beteiligen. Ein Zitat aus Jeremia 29,7, „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN“, bringt den Geist der Gemeinschaft und der Verantwortung für das Dorf zum Ausdruck. Die Gemeinde sieht ihre Aufgabe darin, Räume für Gottesbegegnung zu schaffen und gesellschaftliche Herausforderungen aktiv mitzugestalten. Pfarrerin Martina Schüßler, die seit dem 1. September 2018 im Amt ist, hat das Motto „GEMEINSAM versöhnte Endlichkeit LEBEN“ geprägt und bietet Veranstaltungen zur Auseinandersetzung mit dem Thema Endlichkeit an. Diese umfassen nicht nur Trauerarbeit, sondern auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenszeit und Würde.
Die Christus-Statue im Garten der Kirche symbolisiert die Perspektive, die Welt durch Jesus zu sehen und ermutigt die Gemeindemitglieder, über Grenzen hinaus zu denken und zu handeln. Die Kirche verfügt über drei Gebäude – Kirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus – die ein Ensemble im Ortszentrum bilden. Gottesdienste und verschiedene Veranstaltungen bieten den Menschen im Dorf eine geistliche Heimat und fördern das Miteinander. Für weiterführende Informationen zur evangelischen Gemeinde in Hauingen besuchen Sie bitte die Quelle.
Historische Wurzeln der Gesangvereine
Die Geschichte des Männergesangvereins Hauingen ist eng verknüpft mit der Welle von Männergesangvereinen, die im 19. Jahrhundert in Deutschland entstanden. Diese Bewegung war geprägt von einer romantischen Begeisterung für unbegleiteten Liedvortrag und Volkslieder, sowie einem systematischen Interesse an der Aufzeichnung alter Lieder. Die Gesangvereine kamen im Kontext des aufstrebenden Bürgertums und der Forderung nach nationaler Einheit auf, besonders nach der Revolution von 1848. In dieser Zeit wurden zahlreiche politisch motivierte Turn- und Gesangvereine gegründet, die oft von der Obrigkeit kritisch beobachtet wurden. Regionale und überregionale Sängerfeste, wie das Allgemeine Deutsche Sängerfest 1847 in Lübeck, waren Höhepunkte dieser Bewegung. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts erlebte die Sängerbewegung ihren Höhepunkt, wurde jedoch nach der Reichsgründung 1871 und während des Nationalsozialismus zunehmend für politische Zwecke instrumentalisiert.
Die Renaissance der Männerchöre zwischen 1950 und 1970 war ein Zeichen des Wandels, als traditionelle Werte wie Familie und Heimat wieder an Bedeutung gewannen. Doch mit der 68er-Bewegung geriet die Sängerbewegung in eine Krise, da sie von der jüngeren Generation oft als konservativ und kitschig wahrgenommen wurde. Trotz dieser Herausforderungen bleibt der Männergesangverein Hauingen ein wichtiger Bestandteil der lokalen Kultur und Gemeinschaft. Für mehr Informationen zur Geschichte der Gesangvereine besuchen Sie bitte die Quelle.