Heute ist der 13.02.2026 und in Weil am Rhein sorgt ein auffälliger Schriftzug am Schlaufenkreisel für Verwirrung. „Bufa“ prangt dort und weckt das Interesse der Bürger. Die Stadträtin Kathrin Kumar von den Unabhängigen Freien Wählern bemängelt, dass nicht alle Bürger die Bedeutung dieser Abkürzung kennen. Ihr Kollege Bernhard Scharf von den Grünen hingegen erklärt, dass er als Zugereister die Bedeutung schnell erschließen konnte. „Bufa“ steht für „Buurefasnacht“, eine Tradition, die am kommenden Donnerstag beginnt.

Die Idee zur Dekoration des Kreisels stammt von Andrea Müller, der Betriebshofleiterin, und der Oberbürgermeisterin Diana Stöcker. Solche Dekorationen sind in Weil am Rhein nicht neu; der Kreisel wird zu besonderen Anlässen und Jahreszeiten geschmückt. In der Vergangenheit erfreuten sich die Bürger an selbstgebasteltem Weihnachtsschmuck, und nach der Fasnacht wird der Kreisel für Ostern bzw. den Frühling geschmückt.

Die Wurzeln der Buurefasnacht

Die Buurefasnacht hat in Weil am Rhein historische Wurzeln. Die Stadt liegt im Dreiländereck, gegenüber von Huningue und nahe Basel. Ursprünglich hieß der Ort WILLA im Jahr 786. In früheren Zeiten war Weil ein kleines Rebdorf, umgeben von einem großen Waldgebiet, das als „um Ötikon“ bekannt war (heute Friedlingen). Im Jahr 1281 kauften die Nonnen von Klingenthal ihren Klosterwald in der Region und erlaubten der Jugend von Weil, Holz für das „Fasnachtsfüür“ zu sammeln, das traditionell am Sonntag nach der Fasnacht entzündet wurde.

Die Tradition der „Wiler Buurefasnacht“ umfasst neben dem Fasnachtsfeuer auch das Scheibenschlagen. Der Hauptredner der Buurefasnacht stand traditionell in einer Rebhütte auf einem Pritschenwagen und verkündete die Neuigkeiten. Eine weitere interessante Anekdote ist die Einführung des Schnitzelbanksingens im Jahr 1951, nachdem der Begriff „Grüne Zipfel“ in „Wiler Zipfel“ umbenannt wurde. Im Jahr 1962 wurde ein Zunftrat gegründet, was die Organisation der Veranstaltung weiter festigte. Mit dem Wachstum der Stadt entstanden zahlreiche Narrengruppen, die heutigen Cliquen, und es gibt viele unterschiedliche Narrentypen, die für die Umzüge genutzt werden können.

Ein kulturelles Erbe

Die Buurefasnacht ist mehr als nur ein lokales Fest; sie spiegelt die kulturelle Identität von Weil am Rhein wider und verbindet die Bürger mit ihrer Geschichte. Die Traditionen, die über Jahrhunderte gewachsen sind, ziehen nicht nur Einheimische in ihren Bann, sondern auch Besucher aus der Region. Diese Feierlichkeiten fördern den Gemeinschaftsgeist und stärken die sozialen Bindungen innerhalb der Stadt.

In einer Zeit, in der viele Traditionen in Vergessenheit geraten, ist es umso wichtiger, solche Veranstaltungen am Leben zu erhalten. Der Schriftzug „Bufa“ am Schlaufenkreisel ist also nicht nur ein Hinweis auf die bevorstehenden Feierlichkeiten, sondern auch ein Zeichen der Verbundenheit mit der Geschichte und Kultur von Weil am Rhein. Weitere Informationen zur Buurefasnacht finden Sie in den detaillierten Berichten auf weiler-kultur.de und zum Schriftzug am Kreisel auf schwarzwaelder-bote.de.