Am 20. März 2025 ereignete sich ein tragischer Vorfall in Ludwigsburg, der die Stadt bis heute beschäftigt. Bei einem illegalen Autorennen verloren zwei junge Frauen, Merve (23) und Selin (22), ihr Leben. Der Prozess gegen den mutmaßlichen Verursacher, G., der wegen Mordes in zwei Fällen angeklagt ist, hat bereits im Dezember 2025 am Stuttgarter Landgericht begonnen und sorgt für großes Aufsehen.
Der Unfall ereignete sich um 20:03 Uhr auf der Schwieberdinger Straße. Der Fahrer, der mit einer Mercedes S-Klasse unterwegs war, erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 157 km/h. Trotz eines Bremsmanövers betrug die Aufprallgeschwindigkeit noch 127 km/h. Technische Ermittlungen des Landeskriminalamts ergaben, dass das Gaspedal bis 1,5 Sekunden vor dem Aufprall durchgedrückt war. Fünf Sekunden vor der Kollision wurde eine Geschwindigkeit von etwa 125 km/h gemessen. Die Sicht für Merve, die beim Verlassen einer Tankstelle auf die Straße trat, war durch Bäume erheblich eingeschränkt. Zusätzlich trugen die Dunkelheit und die hohe Geschwindigkeit zur Tragik des Unfalls bei, was die Einschätzung des herannahenden Fahrzeugs erschwerte. Nach dem Vorfall wurde ein Verkehrsschild installiert, das nur noch Rechtsabbiegen erlaubt, um zukünftige Unfälle zu vermeiden.
Der Verlauf des Gerichtsverfahrens
Der Hauptangeklagte gestand kürzlich, den Unfall verursacht zu haben, und sagte: „Ich weiß, dass ich schuldig bin und die Verantwortung trage.“ Die Pressestelle des Landgerichts Stuttgart bestätigte diese Aussagen, jedoch ist unklar, ob dies als vollständiges Schuldeingeständnis betrachtet werden kann. Die Mitangeklagten, darunter ein weiterer Fahrer und ein Mitfahrer, hatten bereits eine Einlassung ihrer Anwälte vorgetragen, die die Abläufe des Rennens bestätigten. Die Strafkammer hat bereits zahlreiche Zeugen befragt und plant, weitere Verhöre durchzuführen. Gutachten zu technischen, medizinischen und psychologischen Fragen stehen noch aus und könnten eine entscheidende Rolle im Verfahren spielen. Experten erwarten, dass das Verfahren nicht vor März 2026 abgeschlossen sein wird.
Verkehrssicherheit und Unfallstatistiken
Unfälle wie der tragische Vorfall in Ludwigsburg werfen ein Schlaglicht auf die Verkehrssicherheitslage in Deutschland. Die Statistik zur Straßenverkehrsunfall bietet umfassende, differenzierte und bundesweit vergleichbare Daten zur Unfalllage. Sie ist Grundlage für Maßnahmen in der Gesetzgebung, Verkehrserziehung, Straßenbau und Fahrzeugtechnik. Ziel der Statistik ist es, Strukturen des Unfallgeschehens und die Abhängigkeiten zwischen unfallbestimmenden Faktoren aufzuzeigen. Die Ergebnisse helfen auch, das Risiko von Unfällen zu minimieren und die staatliche Verkehrspolitik zu unterstützen, insbesondere im Bereich der Infrastruktur- und Verkehrssicherheitspolitik.
Die Tragödie von Ludwigsburg ist nicht nur ein Einzelfall, sondern ein alarmierendes Zeichen, das uns alle betrifft. Es stellt sich die Frage, wie wir als Gesellschaft mit solchen Vorfällen umgehen und was getan werden kann, um die Sicherheit auf unseren Straßen zu erhöhen.