In Mannheim wird eine spannende interaktive Theaterproduktion stattfinden, die nicht nur die jüngsten Zuschauer begeistert, sondern auch eine Brücke zwischen bildender und darstellender Kunst schlägt. Ein Maler wird auf der Bühne aktiv und nutzt Sprühdosen, Farbeimer und Papierschnipsel, um leere Flächen in lebendige Kunstwerke zu verwandeln. Diese kreative Gestaltung animiert die Kinder zum Mitmachen und schafft eine Verbindung zwischen Bühne und Zuschauerraum durch ein faszinierendes Spiel mit Farben und Formen. Die Kombination aus bildender und darstellender Kunst zieht Zuschauer aller Altersgruppen an. Nach dem Erfolg der Produktion „Das große Lalula“ arbeiten die Künstlerinnen Marcela Herrera und Nicole Libnau nun erneut an einer Uraufführung, gemeinsam mit dem Schauspieler und bildenden Künstler Cédric Pintarelli, um ein einzigartiges Theatererlebnis zu entwickeln. Das Stück verspricht ein sinnliches Spiel mit Linien, Formen und Farben, das speziell für das jüngste Publikum konzipiert ist (Quelle).

Ein wichtiger Aspekt der aktuellen Theaterlandschaft ist die aktive Einbindung von Kindern und Jugendlichen. Das Kinder- und Jugendtheaterzentrum (KJTZ) in Deutschland fördert diese Partizipation und führt beispielsweise das Festival AUGENBLICK MAL! durch, bei dem junge Menschen aktiv in die Programmgestaltung eingebunden werden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Entwicklung eines Schutzkonzepts gegen sexualisierte Gewalt für Projekte der Kinder- und Jugendbeteiligung in den darstellenden Künsten. Dieses Konzept wird parallel zur Planung von AUGENBLICK MAL! 2025 entwickelt, wobei Kinder und Jugendliche, die am Festival teilnehmen, aktiv mitwirken. Ziel ist es, zuverlässigen Schutz zu gewährleisten und klare Beschwerdestellen sowie geschultes Personal bereitzustellen (Quelle).

Partizipation im Theater

Die strukturelle Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Theaterlandschaft hat in den letzten Jahren zugenommen. So wurden beim Netzwerktreffen zur Kinder- und Jugendbeteiligung im September 2023 in Dresden fast 200 Kartensets mit dem Titel „mit+mischen“ verteilt, die Gruppen unterstützen, die Theater mitgestalten wollen. Diese Sets bieten Hilfestellungen zur Moderation von Gesprächen und sind in Fokuskarten und Aktionskarten unterteilt. Ein weiteres bemerkenswertes Projekt ist die BLICK’S MAL!-Gruppe, die aktiv am Festival mitgestaltet und von der Stiftung Deutsche Jugendmarke gefördert wird (Quelle).

Ein Beispiel für gelungene Partizipation ist das Kinder- und Jugendgremium Drama Control am Jungen Schauspielhaus Bochum. Hier haben Kinder im Alter von 6 bis 21 Jahren die Möglichkeit, aktiv Einfluss auf Stücke zu nehmen, die Proben zu begleiten und Feedback zu geben. Die Inszenierung von „Es liegt etwas in der Luft“ wurde beispielsweise durch die Anregungen der Kinder mitgestaltet, die mit der Regisseurin über das Ende des Stücks diskutierten. Solche Initiativen zeigen, dass Partizipation im Theater für junges Publikum bereits gelebte Praxis ist und dass es zahlreiche Projekte gibt, die diese Beteiligung fördern (Quelle).

Ein Blick in die Zukunft

Die Integration von Kindern und Jugendlichen in Entscheidungsprozesse erfordert strukturelle Veränderungen in Theatern. So wird die Entwicklung von Jugendbeiräten als notwendiger Paradigmenwechsel angesehen. Die UN-Kinderrechtskonvention unterstützt das Recht von Kindern auf Mitbestimmung und hebt die Bedeutung hervor, Kinder ernst zu nehmen. In vielen Theatern in Deutschland sind aktive Kinder- und Jugendgremien mittlerweile keine Seltenheit mehr, und es steht zu erwarten, dass diese Entwicklung weiterhin an Fahrt gewinnen wird. Mit Projekten wie dem EU-Projekt ForesTEEN wird die Jugendbeteiligung gefördert und Partizipation als künstlerisches und politisches Prinzip gestärkt (Quelle).