Am 11. Juni 2026 wird in Stuttgart der begehrte Landesforschungspreis Baden-Württemberg verliehen. Die Auszeichnung, die alle zwei Jahre für herausragende wissenschaftliche Leistungen vergeben wird, zählt zu den höchstdotierten Forschungspreisen in Deutschland. Mit insgesamt 200.000 Euro, aufgeteilt in jeweils 100.000 Euro für Grundlagen- und angewandte Forschung, würdigt der Preis die Errungenschaften von Forschenden aus verschiedenen Disziplinen. Wissenschaftsministerin Petra Olschowski hat bereits die Preisträger für ihre bedeutenden Beiträge zur Forschung in Baden-Württemberg gelobt. Die interdisziplinäre Jury hat entschieden, dass die Preise an folgende Forscher gehen: Prof. Dr. Largus Angenent von der Universität Tübingen, Prof. Dr. Irena Kogan von der Universität Mannheim und Prof. Dr. Robert Zeiser von der Universität Freiburg.

Prof. Dr. Largus Angenent erhält den Preis in der Kategorie Grundlagenforschung für seine innovative Forschung zur nachhaltigen Nutzung mikrobieller Gemeinschaften, die nicht nur zur Energiegewinnung beiträgt, sondern auch Umweltprobleme angeht. Besonders bemerkenswert ist seine Entwicklung von Mikroben zur Speicherung von Wasserstoff und Kohlendioxid in Form von Methan. Diese Ansätze könnten entscheidend zur Reduzierung von Treibhausgasen und zur Energiewende beitragen.

Ein Blick auf die Preisträger

Prof. Dr. Irena Kogan, die ebenfalls in der Grundlagenforschung ausgezeichnet wird, ist eine führende Soziologin, die sich intensiv mit sozialen Ungleichheiten, Migration und Ethnizität auseinandersetzt. Sie leitet das Projekt „Partnerschaftsbildung von Geflüchteten in Deutschland“ (PARFORM), das darauf abzielt, Integration und soziale Teilhabe zu fördern. Ihre Arbeiten haben bedeutende Impulse für die Sozialforschung in Deutschland geliefert.

Der Landesforschungspreis für angewandte Forschung geht an Prof. Dr. Robert Zeiser, der immunologische Grundlagenforschung mit klinischen Anwendungen verbindet. Seine Forschung zu Stammzelltransplantationen und Immuntherapien eröffnet neue Möglichkeiten in der Krebstherapie. Diese interdisziplinäre Herangehensweise ist besonders wichtig, um Fortschritte im Gesundheitswesen zu erzielen.

Der Landesforschungspreis im Kontext

Der Landesforschungspreis wird seit 1989 zusammen mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg vergeben und würdigt die wissenschaftlichen Leistungen herausragender Forscherinnen und Forscher. Seit 1999 ist der Preis in zwei Forschungsbereiche unterteilt: einen für Grundlagenforschung und einen für angewandte Forschung. Bisherige Preisträger stammen aus unterschiedlichen Disziplinen, darunter Biologie, Finanzwissenschaft, Paläoanthropologie und Künstliche Intelligenz. Mit der Vergabe des Landesforschungspreises wird nicht nur die Forschung gefördert, sondern auch das wissenschaftliche Klima in Baden-Württemberg gestärkt, was für die Innovationskraft des Landes von großer Bedeutung ist.

Insgesamt ist der Landesforschungspreis ein wichtiges Instrument, um exzellente Forschung zu unterstützen und gleichzeitig die Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu erhöhen. Dies geschieht in einem Umfeld, in dem auch andere bedeutende Auszeichnungen, wie der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis oder der Heinz Maier-Leibnitz-Preis, verliehen werden, um herausragende Leistungen in der Wissenschaft zu honorieren. Solche Preise sind entscheidend, um die wissenschaftliche Community zu motivieren und die Qualität der Forschung in Deutschland weiter zu steigern .