Die Temperaturen in Deutschland spielen weiterhin verrückt und der Winter bleibt uns wohl noch eine Weile fern. Laut Tagesschau wird Mitte November mit Rekordwerten gerechnet. Die Prognosen zeigen stabile Hochdruckwetterlage, die eher auf mildes Wetter hindeutet, als auf die kalten und schneereichen Monate, die viele erwarten.
Der SWR-Meteorologe Michael Kost und Kollege Bernd Madlener bestätigen diese Vorhersagen: Ein warmer „Wärmeschub“ vom Mittelmeer könnte unsere Region stark beeinflussen. So sind sogar Temperaturen von bis zu 20 Grad im Schwarzwald um den 15. November keine Seltenheit. Vor dem 20. November sieht es nicht danach aus, als würden winterliche Bedingungen Einzug halten — nationalen Modelle zeigen dafür keine Anzeichen.
Der Winter im Wandel
Diese milden Aussichten stehen jedoch im scharfen Kontrast zum Bild, das wir in den letzten Jahrzehnten von Wintermonaten hatten. Wetter.net hebt hervor, dass sich der Winter in Mitteleuropa erheblich gewandelt hat. Die einst klaren Jahreszeiten verschwimmen zunehmend, und viele Regionen leiden unter Schneemangel. Dies ist nicht nur eine Randnotiz; es sind spürbare Auswirkungen auf Natur, Gesellschaft, Tourismus und Wissenschaft.
Historische Berichte zeigen, dass Flüsse wie die Themse und die Donau einst zugefroren waren, während wir heutzutage selten weiße Weihnachten erleben. In den tiefen Lagen bleibt Schnee oft aus, und die Durchschnittstemperaturen steigen: Die globale Temperatur hat sich seit der vorindustriellen Zeit um etwa 1,1 °C erhöht. In Mitteleuropa ist dieser Anstieg spürbarer.
Gleichzeitig sind die Hinweiszeichen klar: Der Klimawandel verändert das Wettergesicht und bringt extreme Veränderungen mit sich, von plötzlichen Kälteeinbrüchen bis zu Starkregen und Hochwasser.
Was bringt die Zukunft?
Die zweite Novemberhälfte könnte uns zwar einen Kältesturz bescheren, wenn sich die Polarregionen abkühlen, doch wie immer in der Wettervorhersage bleibt das eine nicht vorhersehbare Variable. Experten empfehlen daher, sich wie immer auf den Winter vorzubereiten, wie das Aufziehen von Winterreifen. Denn auch wenn der Aufenthalt im Freien jetzt noch angenehmer ist, sind plötzliche Wintereinbrüche meist nur zwei bis drei Tage im Voraus vorhersehbar.
Die bisherigen Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Zukunft des Winters kürzer und milder sein könnte. Doch das bedeutet nicht, dass er weniger faszinierend wird. Die Tier- und Pflanzenwelt passt sich an, wenn die Zugvögel milde Temperaturen bevorzugen und Frühblüher wie Kirsch- und Apfelbäume mehr denn je bedroht sind.
Diese Veränderungen sind auch ein Zeichen für den Einfluss des Klimawandels, der, so hoffen wir, durch Fortschritte in der Klimaforschung und internationale Bemühungen, weiterhin eindämmt werden kann.
Als Kölner bleibt uns also nichts anderes übrig, als das milde Novemberwetter zu genießen und auf die kommenden Schneeflocken zu hoffen – auch wenn diese vielleicht erst später folgen werden.