In vielen Biotonnen im Ostalbkreis landet nach wie vor eine Vielzahl an Störstoffen, die dort eindeutig nicht hingehören. Diese Problematik hat die Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung (GOA) dazu veranlasst, verstärkt Kontrollen durchzuführen. Bei der regulären Leerung der Biotonnen werden nun Kameras in den Fahrzeugen eingesetzt, um die Befüllung zu überprüfen. Der Geschäftsführer, Siegfried Gstöttner, betont, dass das Ziel der Kontrollen nicht darin besteht, die Bürger zu gängeln, sondern vielmehr die korrekt trennenden Haushalte zu schützen.
Die Herausforderung, die durch Plastiktüten, Verpackungen und Restmüll entsteht, ist nicht zu unterschätzen. Diese „Störstoffe“ verursachen nicht nur hohe Zusatzkosten, sondern mindern auch die Qualität des Bioabfalls, was wiederum die Verwertung zu Kompost und Biogas erschwert. Die richtige Befüllung der Biotonnen ist daher entscheidend, um die Betriebskosten der Abfallwirtschaft stabil zu halten und die Effizienz der Entsorgungssysteme zu gewährleisten. Bei der Entdeckung eines Störstoffs wird der Inhaber der Tonne identifiziert und die Information im GOA-System gespeichert. Dadurch soll eine bessere Aufklärung über die korrekte Abfalltrennung gefördert werden.
Die Wichtigkeit der richtigen Abfalltrennung
Laut dem Umweltbundesamt ist die getrennte Erfassung von Bioabfällen unerlässlich für die Wiederverwertung organischer Substanzen und Nährstoffe. Gut sortierte Bioabfälle ermöglichen die Herstellung hochwertiger Komposte und Gärreste. Zu den Bioabfällen zählen nicht nur Haushalts- und Gewerbeabfälle, sondern auch Gartenabfälle und Reststoffe aus der Lebensmittelverarbeitung. Eine korrekte Trennung hat zudem positive Auswirkungen auf die Umwelt und die Effizienz in der Landwirtschaft, wo Kompost und Gärreste als wertvoller Dünger verwendet werden.
Die deutschlandweite getrennte Sammlung biogener Abfälle begann bereits 1985 und hat sich seither kontinuierlich weiterentwickelt. Im Jahr 2022 wurden etwa 15,75 Millionen Tonnen biologisch behandelt, wobei der Großteil in Kompostierungs- und Vergärungsanlagen verarbeitet wurde. Der Abfallstatistik zufolge werden etwa 57 % des erzeugten Komposts in der Landwirtschaft eingesetzt, was zu einer gewissen Unabhängigkeit von Kunstdüngern beiträgt.
Die Konsequenzen für Haushalte
Die betroffenen Haushalte, die einen Störstoff in ihrer Biotonne hatten, werden durch ein Informationsschreiben aufgeklärt. Darin werden wichtige Hinweise zur richtigen Trennung und zur Verwendung von offiziellen Papierbeuteln gegeben. Gstöttner stellt klar, dass diese Kontrollmaßnahmen nicht aus Bestrafung erfolgen sollen, sondern um die Qualität des Bioabfalls zu verbessern und die Anwohner bei der Abfalltrennung zu unterstützen. Eine hohe Qualität des eingesammelten Bioabfalls ist nicht nur für die Verwertung wichtig, sondern trägt auch zur Stabilität der Entsorgungskosten bei.
Schließlich bleibt zu betonen, dass jede Plastiktüte oder Windel, die in der Biotonne landet, nicht nur den Verwertungsprozess stört, sondern auch unnötige Kosten verursacht. Umso wichtiger ist es, dass alle Bürgerinnen und Bürger ihren Teil dazu beitragen, die Abfalltrennung ernst zu nehmen und somit aktiv zur Verbesserung der Umwelt beizutragen.