Im Aalener Landratsamt wird zurzeit ein wichtiges Szenario geprobt: der flächendeckende Stromausfall. Diese Übung ist besonders relevant, nachdem ein derartiger Vorfall Anfang 2026 in Berlin satte 45.000 Haushalte und über 2.200 Betriebe betroffen hat. Die Verantwortlichen im Landkreis Ostalbkreis haben sich daher auf verschiedene Notfallpläne verständigt und informieren die Bürger durch die Medien sowie über moderne Warnsysteme wie Cell Broadcast.
Bei einem Stromausfall können die Kommunikationsnetze schnell überlastet oder gar ganz ausfallen. Um die Bevölkerung zu schützen, wurden Feuerwehrhäuser aktiviert, die als „Leuchttürme“ mit Notstromversorgung ausgestattet sind. Kritische Infrastrukturen wie Kliniken, Alten- und Pflegeheime sowie Wasserversorger haben in dieser Notsituation hohe Priorität. Daher organisiert der Landkreis die Bereitstellung von Kraftstoff und mobile Tankstellen, um sicherzustellen, dass diese Einrichtungen nicht in Gefahr geraten.
Effektive Einsatzorganisation
Die Polizei übernimmt in der Krisenlage die Verkehrsregelung, während das Technische Hilfswerk sich um die Bereitstellung von Stromerzeugern kümmert. Im Hintergrund arbeiten engagierte Einsatzkräfte und Verwaltungsstäbe daran, die Situation zu bewältigen. Das sogenannte „Zwei-Säulenkonzept Ostalbkreis“ wurde entwickelt, um die Koordination der Unterstützung im Krisenfall zu optimieren.
Im Vorfeld hat die Landkreisverwaltung gegenwärtige Szenarien durchgespielt und kann jederzeit eine Außergewöhnliche Einsatzlage (AEL) oder sogar einen Katastrophenalarm auslösen. Der Führungsstab, der regelmäßig Übungen durchführt – zuletzt im Oktober 2025 –, koordiniert die Einsätze, während ein weiterer Stab die organisatorischen Maßnahmen übernimmt.
Wichtige Warnsysteme
Ein zentraler Bestandteil der Notfallkommunikation ist das Warnsystem Cell Broadcast. Es sendet Gefahrenmeldungen direkt auf die Mobiltelefone der Bürger und sorgt dafür, dass im Notfall eine Push-Nachricht mit einem lauten Hinweiston auf dem Smartphone angezeigt wird. Dabei ist wichtig, dass das Handy in einem bestimmten Abschnitt des Mobilfunknetzes angemeldet ist; im Flugmodus erhält man keine Warnung. Interessanterweise benötigt man dafür keine Internetverbindung oder spezielle Apps, was die Nutzung in kritischen Situationen erleichtert.
Zusätzlich zu Cell Broadcast gibt es auch bestehende Warnsysteme wie NINA und KATWARN, die die Bevölkerung in Koblenz und darüber hinaus vor Katastrophen informieren sollen. All diese Systeme sind Teil einer umfassenden Strategie, die die Bundesnetzagentur entwickelt hat, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten und eine rasche Reaktion auf Einsätze zu ermöglichen.
In Zeiten, in denen die Gefahren durch Natur- und technische Katastrophen nicht abnehmen, ist es entscheidend, gut vorbereitet zu sein. Der Landkreis Ostalbkreis zeigt mit seinen umfangreichen Vorbereitungen, wie wichtig eine effektive Katastrophenschutzplanung ist – eine solide Grundlage für den Ernstfall und eine Absicherung für die Menschen, die hier leben.