Heute ist der 11.02.2026 und im Ostalbkreis wird die Bevölkerung auf einen möglichen flächendeckenden Stromausfall vorbereitet. Das Aalener Landratsamt hat ein umfassendes Übungsszenario entwickelt, um die Reaktion auf einen solchen Notfall zu trainieren. Besonders im Fokus stehen die Ereignisse in Berlin, wo Anfang 2026 ein Stromausfall 45.000 Haushalte und über 2.200 Betriebe betroffen hat. Diese Vorfälle zeigen, wie wichtig es ist, gut vorbereitet zu sein.

Der Landkreis Ostalbkreis nutzt verschiedene Medien und Warnsysteme, darunter das innovative Cell Broadcast, um die Bürger rechtzeitig zu informieren. Dieses System sendet direkt auf die Mobiltelefone der Nutzer, ohne dass eine Internetverbindung oder spezielle Apps erforderlich sind. Im Notfall erscheint eine Push-Nachricht auf dem Bildschirm, begleitet von einem lauten Hinweiston, der nicht stummgeschaltet werden kann. Cell Broadcast ist Teil der Technischen Richtlinie „TR DE-Alert“, die von der Bundesnetzagentur erlassen wurde und am 24. Februar 2022 in Kraft trat. Mobilfunknetzbetreiber haben ein Jahr Zeit gehabt, diese Richtlinie in ihre Netze zu integrieren (Bundesregierung).

Maßnahmen im Katastrophenfall

Im Falle eines Stromausfalls werden Feuerwehrhäuser aktiviert, um die Kommunikationsnetze zu unterstützen. Kritische Infrastruktur wie Kliniken, Alten- und Pflegeheime sowie Wasserversorger haben dabei höchste Priorität. Der Landkreis organisiert zudem die Bereitstellung von Kraftstoff und mobilen Tankstellen. Die Polizei regelt den Verkehr, während das Technische Hilfswerk Stromerzeuger bereitstellt.

Für den Katastrophenschutz ist eine enge Zusammenarbeit zwischen unterer, höherer und oberer Katastrophenschutzbehörde erforderlich. Der Landkreis hat das „Zwei-Säulenkonzept Ostalbkreis“ entwickelt, um im Krisenfall schnell und effektiv reagieren zu können. Notfalltreffpunkte wurden in Städten und Gemeinden eingerichtet, und der Führungsstab koordiniert die Einsatzkräfte, während der Verwaltungsstab organisatorische Maßnahmen übernimmt. Der Katastropheneinsatzplan wird kontinuierlich aktualisiert, um den aktuellen Gegebenheiten gerecht zu werden.

Resilienz und Vorbereitung der Bevölkerung

Ein wichtiger Aspekt der Krisenvorbereitung ist die Stärkung der Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung. Das Resilienzzentrum im Ostalbkreis hat präventive Aufgaben und fördert die Eigenverantwortung der Bürger. Auch die Feuerwehrhäuser sind als „Leuchttürme“ mit Notstromversorgung ausgestattet, um in Krisensituationen als Anlaufstellen zu dienen.

Die letzte Übung des Führungsstabs fand im Oktober 2025 statt, und damit wird sichergestellt, dass alle Beteiligten im Ernstfall gut vorbereitet sind. Die Katastrophenschutzeinsatzlager auf Kreisebene sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Notfallvorbereitung. Die Bundesnetzagentur überwacht den Netzbetrieb und die Versorgungssicherheit, um sicherzustellen, dass im Falle eines Stromausfalls schnell gehandelt werden kann (Schwäbische Post).

Insgesamt zeigt sich, dass der Ostalbkreis gut auf mögliche Notfälle vorbereitet ist. Mit einem klaren Plan und effektiven Kommunikationswegen wird versucht, die Bevölkerung bestmöglich zu schützen und zu informieren. Die kontinuierliche Übung und Anpassung der Strategien ist unerlässlich, um im Ernstfall schnell und besonnen reagieren zu können.