In diesem Jahr zieht der traditionelle Ostermarsch wieder zahlreiche Menschen in die Straßen, um für Frieden und Abrüstung zu demonstrieren. Tagesschau berichtet, dass von rund 5.000 Teilnehmern in Stuttgart bis hin zu 80 in Karlsruhe-Mühlburg im gesamten Baden-Württemberg ein starkes Zeichen gesetzt wird. Über 60 Jahre nach dem ersten Ostermarsch, der 1960 stattfand, sind die Themen aktueller denn je, und der Krieg im Iran gerät in den Fokus der Forderungen.

Besonders in Stuttgart, wo der Marsch vor der Kommandozentrale des US-Militärs begann und auf dem Schlossplatz endete, konzentrierten sich die Anliegen auf das uneingeschränkte Recht auf Kriegsdienstverweigerung und die Rücknahme des Wehrdienst-Modernisierungsgesetzes. Dazu kommen weitere friedliche Demonstrationen in Orten wie Freiburg, Mannheim und Ellwangen, wo die Teilnehmerzahl zwischen 400 bis 800 schwankte. <> DW hebt hervor, dass bis zum 6. April landesweit mehr als hundert Veranstaltungen auf der Agenda stehen, von Fahrradtouren bis hin zu Konzerten.

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Die Themen im Mittelpunkt

Die Anliegen während dieser Ostermärsche sind vielfältig. Neben dem Krieg im Iran wird auch die Gewalt in Gaza, der Ukraine-Konflikt sowie die situation der Kurden in Syrien angesprochen. Kritiker der Bundesregierung sehen die Reform des Wehrdienstes als Aufweichung der Friedensagenda, verstärkt durch einen neuen Fragebogen, den alle 18-Jährigen seit Jahresbeginn von der Bundeswehr erhalten müssen. Die Berichterstattung von Tagesschau zeigt, wie die neue Gesetzgebung landesweit zu Schulstreiks führte und die Friedensbewegung wieder mehr in den Vordergrund rückt.

„Doppelt so viele Menschen als im vergangenen Jahr könnten kommen“, so Kristian Golla, Sprecher des Netzwerks Friedenskooperative. Dieser Optimismus könnte durch die gestiegenen Ängste in der Bevölkerung beflügelt werden: Laut DW fühlen sich nur 55% der Deutschen sicher, ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2019.

Eine lange Tradition

Die Bewegung hat eine lange Geschichte, die bis in die 1960er-Jahre zurückreicht. Damals organisiert von Atomkriegsgegnern, erlebt sie seither immer wieder Hochs und Tiefs, wie NDR beschreibt. Der erste Ostermarsch 1960 führte gegen Atomwaffen, die NATO-Truppen stationiert hatten, und im Jahr 1968 konnten 300.000 Menschen mobilisiert werden. Die ersten Aufkommen der Protestbewegung spielten sich während des Ost-West-Konflikts und der Kubakrise ab.

Die Kernanliegen dieses Jahres spiegeln sich sowohl in lokalen als auch in nationalen Themen wider, und seit 2022 sind die Ostermärsche wieder ungehindert möglich. Die jüngsten Ereignisse, vor allem der Krieg in der Ukraine, haben die Menschen auf die Straße getrieben, trotz der aktuellen Spaltung innerhalb der Bewegung. Die Organisation der Märsche bleibt dezentral und basiert auf dem Engagement von Kirchengemeinden, Gewerkschaften und verschiedenen friedlichen Vereinigungen.

Ob die Ostermärsche in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen, bleibt abzuwarten, doch angesichts der vielen Konflikte weltweit ist das Bedürfnis nach Frieden dringlicher denn je.