Die Autobahn A8 bei Pforzheim wird derzeit einem umfassenden Umbau unterzogen, der als eine der größten Baustellen in Baden-Württemberg gilt. Während die Bauarbeiten in Fahrtrichtung Stuttgart bereits abgeschlossen sind, haben die Arbeiten in Richtung Karlsruhe begonnen. Projektleiter Christian Hauck berichtet von einem planmäßigen Fortschritt, der durch die parallele Durchführung vieler Arbeiten beschleunigt wird. So sind zurzeit bis zu 50 Lastwagen im Einsatz, die den abgetragenen Asphalt transportieren, während gleichzeitig Bohrmaschinen Löcher für digitale Verkehrszeichenbrücken bohren und Asphaltfräsen den alten Belag entfernen.
Ein zentrales Ziel dieses Projekts ist der dreispurige Ausbau der A8 bis Ende 2027, bei dem insgesamt 400.000 Kubikmeter Erde abgetragen werden müssen. Um die Steilheit der Fahrbahn zu reduzieren und Unfälle zu vermeiden, wird die Fahrbahn 13 Meter tiefer liegen. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse sind Vollsperrungen der Autobahn, insbesondere im Lärmschutztunnel, unumgänglich. Um die Sicherheit nach Unfällen zu gewährleisten, finden Gespräche mit Rettungskräften statt, um eine schnellere Freigabe einer Fahrtrichtung zu ermöglichen. Anwohner zeigen sich zwar mit dem Lärmschutztunnel zufrieden, wünschen sich jedoch einen längeren Tunnel. Die Fertigstellung der zweiten Tunnelröhre ist für dieses Jahr geplant. Ursprünglich sollte das Projekt Ende 2026 abgeschlossen sein, doch geologische Herausforderungen haben zu einer Verzögerung um ein Jahr geführt. Weitere Sperrungen, sowohl der A8 als auch der B10, sind im zweiten Halbjahr 2026 für Brückenbauarbeiten vorgesehen (Tagesschau).
Fortschritte und Meilensteine
Im Jahr 2025 wurden bereits zentrale Bauwerke der A8-Enztalquerung vorangetrieben. Dazu zählen unter anderem die Grünbrücke Hagenschieß und neue Brücken über die B10 und die Enz in Fahrtrichtung Stuttgart. Die erste Röhre der Lärmschutzeinhausung sowie die Asphaltierung der neuen Richtungsfahrbahn Stuttgart sind ebenfalls abgeschlossen. Christine Baur-Fewson, Direktorin der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest, kündigte für Anfang 2026 einen entscheidenden Meilenstein an: Der Verkehr wird mit zwei Spuren pro Fahrtrichtung auf die neue Richtungsfahrbahn Stuttgart geleitet, was nicht nur die Lärmbelastung für Anwohner der Igelsbachsiedlung reduzieren, sondern auch die Verschwenkung an der Enzbrücke beseitigen wird, was wiederum Staus und Unfälle verringert.
Für 2026 sind gleich mehrere Vollsperrungen notwendig. Im ersten Halbjahr wird die B10 für den Abbruch der Behelfs- und Bestandsbrücke gesperrt, während im zweiten Halbjahr die A8 für den Einhub neuer Überbauten an Brücken zwischen Niefern-Öschelbronn und Pforzheim-Hagenschieß sowie zwischen Kieselbronn und Eutingen gesperrt werden muss. Die genauen Termine werden rechtzeitig von der Autobahn GmbH kommuniziert. Das Projekt umfasst den sechsstreifigen Ausbau der A8 auf 4,8 Kilometern, die Reduzierung von Steigungen und Gefällen in der Pforzheimer Senke sowie den Bau von insgesamt acht Brücken und zahlreichen Lärmschutzmaßnahmen. Der vierspurige Ausbau der B10 bei Pforzheim-Ost und der Komplettumbau der A8-Anschlussstelle Pforzheim-Ost sind ebenfalls Teil dieser umfassenden Maßnahmen. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und umfassende Lärmschutz- sowie Naturschutzmaßnahmen umzusetzen (Autobahn GmbH).
Investitionen in die Infrastruktur
Diese umfassenden Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur sind Teil eines größeren Plans der Bundesregierung, die in den kommenden Jahren massiv in Verkehrsadern wie Straßen, Brücken und Bahnen investieren möchte. Bis 2029 sind Rekordinvestitionen in Höhe von 169 Milliarden Euro eingeplant, wobei für 2026 allein über 33 Milliarden Euro für Schienen, Straßen und Wasserwege vorgesehen sind. Dies bedeutet einen Anstieg der geplanten Verkehrsinvestitionen um über 25 Prozent im Vergleich zu 2024. Die Bundesregierung plant zudem, die Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, um einen Ausgleich zwischen Umweltschutz und Infrastruktur-Ausbau zu schaffen. Ein Grundsatz des Vorhabens ist der Erhalt vor Neubau, was die Effizienzsteigerung im Bahnverkehr durch neue Technologien und in der Straßeninfrastruktur durch gezielte Investitionen umfasst (Bundesregierung).
Insgesamt zeigt sich, dass der Ausbau und die Modernisierung der A8 bei Pforzheim nicht nur für die regionale Verkehrsinfrastruktur von Bedeutung sind, sondern auch Teil eines umfassenden nationalen Plans zur Verbesserung der Verkehrsanbindung in Deutschland sind. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um den steigenden Anforderungen des Verkehrs gerecht zu werden und die Sicherheit sowie den Komfort für die Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen.